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Mutmaßlicher Freital-Rädelsführer sieht sich unfair behandelt

Terror-Prozess Mutmaßlicher Freital-Rädelsführer sieht sich unfair behandelt

Einer der mutmaßlichen Rädelsführer der rechtsextremen „Gruppe Freital“ sieht sich in der Öffentlichkeit falsch dargestellt. Ihn als reuelos zu beschreiben, sei unfair, sagte Patrick F. am Dienstag vor dem Oberlandesgericht Dresden.

Einer der mutmaßlichen Rädelsführer der rechtsextremen „Gruppe Freital“ sieht sich in der Öffentlichkeit falsch dargestellt.

Quelle: dpa

Dresden. Einer der mutmaßlichen Rädelsführer der rechtsextremen „Gruppe Freital“ sieht sich in der Öffentlichkeit falsch dargestellt. Ihn als reuelos zu beschreiben, sei unfair, sagte Patrick F. am Dienstag vor dem Oberlandesgericht Dresden. „Es ist nicht einfach, hier zu sitzen und darüber zu berichten, was einen eine ganze Zeit in den Knast bringen kann. Was untergegangen ist, ist, dass es mir wirklich leid tut“, sagte der 26-Jährige.

Er entschuldigte sich „stellvertretend“ bei den Vertretern der Nebenklage. Auch sei er bereit, sich persönlich mit den Opfern in Verbindung zu setzen, „aber erst, wenn das Urteil gesprochen ist“. Er sei „kein Mensch von Trauer. Aber deshalb zu sagen, "Herr F. zeigt keine Reue", finde ich nicht fair“.

Seitens der Nebenkläger wurde die Entschuldigung nicht akzeptiert. F. habe in dem Verfahren zwar Fragen des Gerichts, der Bundesanwälte und der Verteidiger der anderen sieben Angeklagten beantwortet, der Nebenklage und damit den Opfern der Anschläge aber jede Auskunft verweigert, sagte Rechtsanwältin Kristin Pietrzyk. Auch während der Verhandlung in der vergangenen Woche, als eines der Anschlagsopfer im Saal anwesend war, habe er nicht die Gelegenheit zur Entschuldigung genutzt.

F. hatte während der vergangenen zwei Verhandlungstage umfassend ausgesagt und seine Beteiligung an allen fünf, von der Bundesanwaltschaft angeklagten Anschläge auf Flüchtlinge und politische Gegner eingestanden.

Am Dienstag berichtete er über die rechtsextreme Gesinnung der Gruppe. Dabei räumte er auch für sich selbst extreme Bestrebungen ein. „Das Rechtsradikale lässt sich ja aufgrund der Straftaten nicht leugnen. Aber das Nationalsozialistische mit Hakenkreuzen und so, da halte ich Abstand“, sagte F. Bei anderen Gruppenmitgliedern wie Philipp W. sei das anders gewesen. „Das ging schon in die nationalsozialistische Richtung.“

Bei Anschlägen auf Flüchtlinge und politische Gegner habe die Gesinnung auch eine Rolle gespielt. „Das war die Wut, die jeder in sich hatte, die Asylpolitik, und dann kam da halt rechtes Gedankengut dazu.“ Den als zweiten Rädelsführer angeklagten Timo S. könne man als „Antreiber“ der Gruppe bezeichnen, sagte F. „Er hatte durchaus schon die Wirkung, eine Masse zu mobilisieren.“

Erneut bestritt er, dass bei den Anschlägen Menschen zu Tode kommen sollten oder dies zumindest in Kauf genommen worden sei. Warum dann potenziell tödlich wirkende, illegale Pyrotechnik verwendet wurde, sei schwer zu erklären. „Es gibt eine Schwelle, da denkst Du nicht mehr darüber nach“, sagte er. „Es ist schwer zu erklären, warum Du so eine Scheiße machst.“

F. berichtete auch, dass er zusammen mit weiteren Gruppenmitgliedern das Technische Rathaus in Dresden, das als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde, als mögliches Anschlagsziel ausgespäht habe. „Dort sind wir über die Gleise hinter das Technische Rathaus, um uns das Gebäude anzuschauen.“ Der Plan, mittels Brandsätzen oder Pyrotechnik „die Einrichtung zu zerstören“, sei dann aber nicht weiter verfolgt worden.

Außerdem gab F. zu, bereits ein bis zwei Monate vor dem Anschlag auf eine Flüchtlingswohnung in der Freitaler Bahnhofstraße im September 2015 dort eine Kugelbombe zur Explosion gebracht zu haben. Damals ging es darum, die illegale Pyrotechnik zu testen. „Ich habe dann die Bahnhofstraße vorgeschlagen, Herr (Timo) S. hat zugestimmt, und dann haben wir das Ding durchgezogen.“

Die Bundesanwaltschaft wirft den sieben Männern und einer Frau im Alter zwischen 19 und 39 Jahren neben der Bildung einer terroristischen Vereinigung auch versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und die Herbeiführung von Sprengstoffexplosionen vor.

dpa

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