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Mit einem neuen Kanal in Siebeneichen hat Meißen sein Abwasserbeseitigungskonzept abgearbeitet

Mit einem neuen Kanal in Siebeneichen hat Meißen sein Abwasserbeseitigungskonzept abgearbeitet

Es kommt ja nicht oft vor, dass Bauleute Schäfchen zählen, schon gar nicht im Auftrag ihres Chefs. Unternehmenskapitäne sind sonst ja nicht dafür bekannt, derlei Treiben während der Arbeitszeit sonderlich gern zu sehen.

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Unterhalb des Siebeneichener Teichs wurde das Ufer des Küchengrundbachs mit Natursteinen befestigt.

Quelle: Uwe Hofmann

Meißen. In diesem Fall aber war es einmal ganz anders: Gewissenhaft zählten die Mitarbeiter der Freitaler Firma Arndt Brühl vor zwei Monaten jedes Schaf auf der Weide unterhalb des Tierparks Meißen im Ortsteil Siebeneichen, bevor sie dort einen Graben für Kanalbauten aushoben. Nach Ende der Baumaßnahme folgte nun das Gleiche noch einmal, nur damit Heike Müller vom Meißner Bauamt feststellen kann: "Es sind noch alle Schafe da, keines ist in den Kanal geraten." Eine solche Erfolgsmeldung hat sie in dieser Form wohl noch nicht formuliert.

Im Übrigen seien auch die Erdmännchen vollzählig, so Müller weiter, unter deren Gehege im Tierpark von dem Graben auf der Schafsweide aus im sogenannten Bohrspülverfahren ein neuer Schmutzwasserkanal vorgetrieben wurde. "Die Tiere haben davon nichts gemerkt", sagt Müller. Der Bau hat vor allem für die Stadtkasse Folgen, schließlich führt der neue Mischwasserkanal am Schloss Siebeneichen vorbei in den gleichnamigen Ortsteil, wo er sämtliche Häuschen an den im Tal gelegenen Abwasserkanal unter der B 6 anbindet. Er ersetzt damit eine Konstruktion, die bisher nur von einem Teil des Siedlungsgebiets genutzt und nur sehr kostspielig zu betreiben war. Es handelte sich um "eine Sammelgrube unterhalb von Schloss Siebeneichen, aus der das Abwasser mit Pumpen heraus befördert werden musste", erläutert Oberbürgermeister Olaf Raschke. 5500 Euro Betriebskosten für das Pumpenwerk und 6500 Euro Stromkosten kann man sich nun jährlich sparen. Außerdem kommt man um eine größere Reparatur herum, die 2016 angestanden hätte und mit etwa 8500 Euro nicht billig ausgefallen wäre. Das macht es erträglicher, dass die Investitionskosten von rund 200 000 Euro gänzlich von der Stadt getragen werden.

"Damit haben wir unser Abwasserbeseitigungskonzept komplett abgearbeitet", kann OB Raschke nach Fertigstellung der Leitung konstatieren. Hintergrund ist, dass bis Jahresende jeder Eigenheimbesitzer in Sachsen eine vollbiologische Kläranlage vorweisen muss, wenn er nicht ans zentrale Abwassersystem angeschlossen ist. Viele Kommunen haben nach Bekanntwerden des Stichtags ehrgeizige Pläne aufgestellt, welche Straßenzüge man noch ans Abwassernetz anschließen will und diese in den Folgejahren abgearbeitet. In Meißen hat man sich dabei nicht übernommen, während beispielsweise in Radebeul mit Sondergenehmigung auch im nächsten Jahr noch neue Abwasserleitungen vergraben werden.

Neben den unterirdischen Arbeiten stand auch die Verbesserung des oberirdischen Abflusses auf dem Bauplan. So erfolgte für rund 40 000 Euro die Sanierung des Küchengrundbaches. Denn dessen Bett wurde während des Hochwassers 2013 im unteren Bereich vom Elbeschlamm zugedeckt, im oberen Bereich brach an vielen Stellen das Ufer ab. Nun wurde das Bachbett freigeräumt und der Bachlauf teilweise mit Natursteinen befestigt. Am Teich oberhalb des Bächleins, der als einen Art Regenrückhaltebecken fungiert, folgt in den kommenden Tagen noch die Entschlammung der Uferbereiche. Bezahlt wird das mit Fluthilfemitteln.

uwe hofmann

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