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Marko P. soll als Heilpraktiker und Richter aktiv gewesen sein

Hochstapler oder verkannter Samariter? Marko P. soll als Heilpraktiker und Richter aktiv gewesen sein

Manche Verhandlungen sind wirklich Glaubenssache,. So wie im Fall Marko P. Glaubt man der Anklage, ist der 47-Jährige ein ziemlich durchtriebener Ganove. Glaubt man dem Angeklagten, ist er der uneigennützigste, hilfsbereiteste Mensch der Welt – ein wahrer, aber verkannter Samariter.

Marko P. soll als Heilpraktiker und Richter aktiv gewesen sein

Quelle: dpa

Altenberg/Dresden. Manche Verhandlungen sind wirklich Glaubenssache,. So wie im Fall Marko P. Glaubt man der Anklage, ist der 47-Jährige ein ziemlich durchtriebener Ganove. Glaubt man dem Angeklagten, ist er der uneigennützigste, hilfsbereiteste Mensch der Welt – ein wahrer, aber verkannter Samariter.

Der Staatsanwaltschaft zufolge hat Marko P. in Schellerhau eine Naturheilpraxis betrieben und gegen Entgelt Behandlungen durchgeführt – allerdings ohne eine Erlaubnis dafür zu haben. Als Heilpraktiker soll er auch Kontakt zu einem Mann in Schleswig-Holstein aufgenommen haben, der nach einem Zeckenbiss an Borreliose erkrankte und zum Pflegefall wurde. Bei einem Besuch habe er ihn und seine Frau zur Einnahme eines „Wundermittels“, das selbst in aussichtslosen Situationen helfen würde, überredet. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, die sich bei der Familie nach der Einnahme einstellten, habe er als „Anfangsprobleme“ kleingeredet. Bei der späteren Analyse wurden in dem Mittel Substanzen gefunden, die in Bleich- und Oxydationsmitteln enthalten sind.

Aber auch der Angeklagte fühlte sich hintergangen: Er zeigte die Familie an, weil sie ohne seine Erlaubnis eines seiner „Beratungsgespräche“ mitgeschnitten haben soll.

Marko P. war offenbar nicht nur auf naturheilpraktischem Gebiet, sondern auch juristisch aktiv. Laut Anklage soll er sich in zwei Fällen als ehemaliger Strafrichter ausgegeben und für seine Hilfe als Rechtsbeistand beim Verfassen eines Schreibens 500 Euro kassiert haben. Der Versuch, von einem Klienten 7000 Euro zu ergaunern, platzte. Auch bei Vernehmungen vor Gericht und der Polizei in Dippoldiswalde soll es der Angeklagte mit der Wahrheit nicht genau genommen haben. Da ging es um den Kauf eines Autos, bei dem er den Verkäufer um 2500 Euro geprellt haben soll und um Heilpraktikerinnen, die er bezichtigte hatte, ohne Erlaubnis zu arbeiten. Das bestätigte sich nicht, aber es wurde ermittelt.

Marko P. wies alle Vorwürfe zurück – erstunken und erlogen. Vor allem die Staatsanwaltschaft griff er an. Er habe eine Ausbildung als Heilpraktiker absolviert, aber keine Prüfung abgelegt, erklärte er. Die vom Jobcenter bezahlte Fördermaßnahme sei nur für ihn selbst gewesen. Deshalb habe er auch nie eine Naturheilpraxis, sondern nur eine Pension mit Massageliegen betrieben. Internetseite und Patienten sagen etwas anderes. Frank K., dem er das Wundermittel verpasste, habe er nur helfen wollen, aber der sei schizophren und undankbar, und die Sache mit dem Autokauf stimme auch nicht.

Das Gericht sieht viel Klärungsbedarf.

PS: Mit dem Namen von Marko P. wirbt übrigens eine kriminaltechnisches Sachverständigenbüro für seine Dienste. Dazu wollte sich der Angeklagte nicht äußern. Möglich, dass es sich nur um einen Mann gleichen Namens handelt.

Von Monika Löffler

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