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Lesung zum Buch „Unter Sachsen“ zum Literaturfest ohne Diskussion

Keine politische Diskussion gewollt Lesung zum Buch „Unter Sachsen“ zum Literaturfest ohne Diskussion

Das Literaturfest in Meißen geriet in den vergangenen Tagen in die Schlagzeilen. Grund dafür war die Lesung mit anschließender Podiumsdiskussion zum Buch „Unter Sachsen – Zwischen Wut und Willkommen“.

Blick auf die Altstadt von Meißen.
 

Quelle: Uwe Hofmann

Meissen.  Das überregional bekannte Literaturfest, welches vom 8. bis zum 11. Juni stattfinden wird, geriet in den vergangenen Tagen in die Schlagzeilen. Grund dafür war die Lesung mit anschließender Podiumsdiskussion zum Buch „Unter Sachsen – Zwischen Wut und Willkommen“. In dem Buch gehen mehr als 40 Autoren unter anderem der Frage nach, ob die sogenannten „Sächsischen Verhältnisse“ mit der Pegida-Bewegung und rechten Gewalttaten auf Sachsen begrenzte Phänomene sind. Der Meißner CDU-Stadtrat Jörg Schlechte kommentierte die Veranstaltung bei Facebook am 21. Mai mit den Worten „Dieser Dreck wird mit Sicherheit nicht in unserem Rathaus gelesen“. Daraufhin entbrannte eine Diskussion, ob die Podiumsdiskussion im Historischen Ratssaal stattfinden dürfe.

Inzwischen hat sich die Stadt mit den Vertretern des Kulturvereins darauf geeinigt, dass die Lesung wie geplant stattfinden wird, allerdings ohne anschließende Podiumsdiskussion. Begründet wird dies damit, dass die Gesprächsrunde politisch sei und der Ratssaal nicht für politische Diskussionen (ausgenommen ist dabei die kommunalpolitische Arbeit der Stadträte) zur Verfügung stehe, informiert Pressesprecherin der Stadt Meißen, Katharina Reso. „Bei der Vorreservierung für den Ratssaal zum Literaturfest war nicht bekannt, welche Lesungen hier stattfinden sollen, auch eine Nutzungsvereinbarung für die konkrete Veranstaltung am 8. Juni lag bis zum Beginn der aktuellen Debatte noch nicht vor“, erklärt Reso.

Daniel Bahrmann, Mitorganisator des Literaturfestes, bedauert die negative Aufmerksamkeit, welche das Literaturfest durch die Beiträge bei Facebook bekam. „Es ist erschreckend, dass Hetze in sozialen Netzwerken so sehr in unser reales Leben überschwappt“, erklärt er. „Ich halte diese Lesung für unheimlich wichtig. So können sich die Besucher selbst ein Bild von dem Buch machen“, so Bahrmann weiter. Er sieht in dem Buch „Unter Sachsen“ keine derartige Provokation und auch kein „Sachsen-Bashing“.

Neben dieser Lesung wird es noch 150 weitere Veranstaltungen an insgesamt fünf Tagen geben. 30 unterschiedliche Leseorte wird es dafür geben. Das Open-Air-Lesefest ist kostenlos und deutschlandweit das Größte dieser Art. Auch Schirmherr und Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière wird vorlesen, unter anderem aus Karl Mays Roman „Arabien“ am Literaturfest-Sonntag. Zentrale Lesebühnen wird es am Marktplatz, am Heinrichsplatz und am Tuchmachertor geben. Dort wird freitags von 16 bis 20 Uhr, am Samstag von 11 bis 20 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr gelesen. Außerdem haben die Organisatoren Orte gewinnen können, welche normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind. „Zu diesen Orten zählen unter anderem die Türmerstube der Frauenkirche oder der Garten des Pfarrhauses von St. Afra mit einem besonders schönen Blick über die Altstadt“, verrät Oberbürgermeister Raschke.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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