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Kuratoriumschef wünscht Leitlinien für die Architektur in Pirna-Copitz

Debatte um eine Gestaltungssatzung Kuratoriumschef wünscht Leitlinien für die Architektur in Pirna-Copitz

Dr. Allbrecht Sturm, Vorsitzender des Kuratoriums Altstadt Pirna, hat Unterschriften für ein Leit- und Gestaltungskonzept in Copitz gesammelt. Die Unterzeichner wünschen sich Regeln für die Architektur im rechtselbischen Stadtteil von Pirna. Im Rathaus hält sich die Begeisterung über den Vorschlag in Grenzen.

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Gebäude aus der Gründerzeit prägen das Bild der Hauptstraße.

Quelle: Dietrich Flechtner

Pirna. Für den Pirnaer Stadtteil Copitz wünscht sich Dr. Albrecht Sturm ein Leit- und Gestaltungskonzept. Der Vorsitzende des Kuratoriums Altstadt Pirna ist mit dem Anblick, den die Silhouette des 600 Jahre alten Ortes von der Elbe aus bietet, nicht zufrieden. Es stechen moderne Bauten hervor, die mit ihren Dachformen wie Flachdach oder einer hellen und grellen Außenfassade seiner Meinung nach nicht in das Stadtbild passen. Ziel des geforderten Konzeptes sollen unter anderem sein, „die städtebaulichen, architektonischen und landschaftlichen Werte von Copitz zu erhalten und aufzubessern, die Grün- und Freiräume zu schonen sowie mit den historischen Gebäuden verantwortungsvoll umzugehen“, so Sturm.

Mit dem Ansinnen steht der Bauhistoriker vom Institut für bewahrende Erneuerung in Pirna nicht alleine da. Er hat 74 Unterschriften spontan während eines Vortragsabends gesammelt. Anlass, warum Sturm jetzt eine Debatte über ein Gestaltungskonzept sowie die Gründung eines Gestaltungsbeirates anstoßen möchte, ist nicht nur das runde Jubiläum der urkundlichen Ersterwähnung von Copitz vor 600 Jahren sowie die zunehmende Bautätigkeit in jüngster Zeit. Er machte sich in den vergangenen Monaten auch für den Erhalt der Turmgut-Scheune an der Dammstraße sehr stark. Seine Unterschriftenaktion hatte auch die Rettung eines der letzten baulichen Zeugnisse der einst landwirtschaftlich geprägten und selbstständigen Gemeinde zum Ziel. Der Stadtrat hat jedoch auf seiner jüngsten Sitzung für den Abriss der Scheune gestimmt (DNN berichteten).

Diese Entscheidung zur Stadtentwicklung ist nicht die erste, mit der sich Sturm nicht einverstanden zeigt. Der Denkmalschützer ließ wiederholt durchblicken, dass er an einer für ihn wichtigen Position im Rathaus die nötige Fachkompetenz vermisst. „Warum gibt es in Pirna keinen Stadtarchitekten, wie das früher der Fall war? Wie viele Mitarbeiter mit Ausbildung auf architektonischem und/oder auf kunsthistorischem Gebiet arbeiten in der Pirnaer Stadtverwaltung bzw. Bauverwaltung?“, fragte er während der jüngsten Einwohnerfragestunde an.

Die schriftliche Antwort aus dem Rathaus liegt nun vor. Danach würde „die moderne Verwaltung nicht mehr den Begriff ’Stadtarchitekt’ verwenden“. Es gebe eine klare Verwaltungsgliederung und einen Aufgabengliederungsplan. „Es werden Pflichtaufgaben wie die kommunale Bauleitplanung durch die Fachgruppe Stadtentwicklung bearbeitet. Ebenso wird (freiwillig) die Funktion als untere Denkmalschutzbehörde zur Bewahrung der wertvollen Bausubstanz im Stadtgebiet wahrgenommen“, heißt es in der schriftlichen Antwort an Sturm. Rund 1200 Einzeldenkmäler stehen im Stadtgebiet. Wie die Verwaltung informiert, sind in der Fachgruppe Stadtentwicklung vier Mitarbeiter mit einem Studienabschluss auf architektonischem und /oder kunsthistorischem Fachgebiet beschäftigt.

Die Stadtverwaltung sieht keine Notwendigkeit für ein Gestaltungskonzept für den Stadtteil Copitz. So würde das Neuordnungskonzept im Sanierungsgebiet „Alt-Copitz“ die wesentlichen funktionalen und städtebaulichen Zielvorstellungen im Gesamtzusammenhang enthalten. Man könnte die Erarbeitung solch eines Konzeptes im Zuge der Haushaltsplanung 2019/20 diskutieren, schlägt die Verwaltung vor. „Es ist jedoch zu bedenken, dass die Stadtverwaltung und der Stadtrat sich vor mehr als zehn Jahren gegen eine Gestaltungssatzung für die Altstadt ausgesprochen haben. Das Ergebnis der Altstadtsanierung kann sich dennoch sehen lassen“, schreibt die Verwaltung an Sturm. Die Situation in Copitz sei „vom Denkmalwert und der städtebaulichen Qualität weit weniger bedeutend“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Von Silvio Kuhnert

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