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Kontroverse über eine alte Scheune in Copitz

Abriss oder Sanierung Kontroverse über eine alte Scheune in Copitz

Abriss oder Erhalt – an einer alten Scheune scheiden sich in Pirna-Copitz die Geister. Die Städtische Wohnungsgesellschaft WGP sieht keine Zukunft für das Objekt und möchte es daher wegreißen. Das Kuratorium Altstadt setzt sich dagegen für eine Sanierung des Gebäudes ein. Am kommenden Donnerstag muss der Bauausschuss eine Entscheidung treffen.

Marode und ungenutzt steht seit Jahren die alte Scheune an der Dammstraße in Copitz. Die WGP möchte sie gern für eine Grünanlage und Stellplätze wegreißen.

Quelle: Silvio Kuhnert

Pirna. An einer alten Scheune im Pirnaer Stadtteil Copitz scheiden sich die Geister. Die Städtische Wohnungsgesellschaft WGP möchte den maroden Bau gern abreißen lassen. Das Kuratorium Altstadt Pirna plädiert dagegen für den Erhalt des Gebäudes. Am kommenden Donnerstag entscheidet der Bauausschuss, ob er 137000 Euro an Fördermitteln aus dem Fördertopf für das Sanierungsgebiet Alt-Copitz für den Abriss an sein kommunales Tochterunternehmen auszahlt.

Die Scheune war einst Bestandteil des sogenannten Turmgutes und wurde vermutlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Sie ist in einem sehr maroden Zustand und steht an der Dammstraße im Hinterhof der Häuserzeile an der Hauptstraße. „Wir wollen die Scheune wegreißen, damit wir dort eine Grünanlage und Stellplätze errichten können“, sagt WGP-Geschäftsführer Jürgen Scheible. Parkmöglichkeiten werden im Quartier dringend benötigt. „Die Mieter von der Hauptstraße haben keine Möglichkeit, vor dem Haus ihre Autos abzustellen“, führt Scheible weiter aus. Der Abrissplan für die Scheune ist eng mit der Sanierungsabsicht des Gebäudes Hauptstraße 17 verknüpft. Nach dessen Instandsetzung möchte die WGP gern den Mietern im Hinterhof einen Stellplatz anbieten.

Für das Kuratorium Altstadt ist die Scheune eines der wenigen noch erhaltenen Zeugnisse, dass Copitz einst eine wohlhabende und eigenständige Landgemeinde vor den Toren der Stadt Pirna war. Zudem sei das Objekt ein beredtes Beispiel dafür, dass bäuerliche Architektur in der Mitte des 19. Jahrhunderts nicht nur zweckmäßig, sondern auch stilvoll sein konnte. Außerdem lasse sich der Name Turmgutstraße von der Scheune her ableiten. Auch wenn man über das Turmgut heute kaum noch etwas weiß, könnte es laut Bauhistoriker und Kuratoriumsmitglied Albrecht Sturm das neben dem Pirnaer Stadtgut einzige lokalisierbare Milchgut gewesen sein. In zwei Briefen hat sich Pirnas größter Kulturverein an das Stadtoberhaupt mit dem Anliegen gewandt, einen Abriss zu verhindern und die Scheune zu sanieren. Als Nutzungsmöglichkeit schwebt den Kuratoriumsmitgliedern eine Art Stadtteiltreff vor. Des Weiteren regt das Kuratorium an, das Gebäude nachträglich in die Denkmalschutzliste aufzunehmen.

Scheible betont, dass die Scheune derzeit nicht unter Denkmalschutz steht. Sie habe in der Vergangenheit etliche Umbauten erfahren und wurde immer nur für Lagerzwecke genutzt. „Aus unserer Sicht ist es kein historisch wertvolles Gebäude“, so Scheible. Und er erinnert daran, dass die WGP in der Vergangenheit immense Mittel eingesetzt habe , um beispielsweise in der Altstadt denkmalwürdige Gebäude zu sanieren. „Man kann nicht sagen, dass wir Baudenkmäler nicht wertschätzen“, so Scheible.

Im ursprünglichen Sanierungskonzept für das Fördergebiet Alt-Copitz aus dem Jahr 2009 war noch der Erhalt und eine Umnutzung der Scheune geplant. Eine Instandsetzung wurde in den vergangenen Jahren detailliert betrachtet. „Dabei musste man zu der Erkenntnis kommen, dass eine nachhaltige Sanierung unter Einhaltung aller aktuellen energetischen Vorschriften wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Auch der Versuch einer Vermarktung scheiterte mangels Interessenten“, informiert die Stadtverwaltung in der Beschlussvorlage. Sie empfiehlt dem Bauausschuss, den Abriss und die dafür vorgesehene Förderung der WGP zu bewilligen. Die Entscheidung treffen die Stadträte am Donnerstag, 1. Juni um 18 Uhr im Großen Ratssaal im Rathaus.

Von Silvio Kuhnert

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