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Karl-May-Hain wird für 1,2 Millionen Euro umgestaltet und erweitert

Radebeul Karl-May-Hain wird für 1,2 Millionen Euro umgestaltet und erweitert

Ein bisschen „erschrocken“ habe er sich ja schon, als er das erste Mal die Gesamtkosten für die Umgestaltung des Karl-May-Hains gesehen hatte, meint Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Reichlich 1,2 Millionen Euro wird es kosten, das in die Jahre gekommene „sackartige Gebilde“ denkmalgerecht zu pflegen und zu erweitern.

Der von Karl May beschriebene „Silbersee“ kehrt auch im Karl-May-Hain wieder. Radebeul will das Gewässer genauso wie den ganzen Park sanieren

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Ein bisschen „erschrocken“ habe er sich ja schon, als er das erste Mal die Gesamtkosten für die Umgestaltung des Karl-May-Hains gesehen hatte, meint Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Reichlich 1,2 Millionen Euro wird es kosten, das in die Jahre gekommene „sackartige Gebilde“ denkmalgerecht zu pflegen und zu erweitern. Nichtsdestotrotz winkte der Stadtrat die Pläne zum Umbau einstimmig durch, handele es sich doch um „einen sehr wichtigen Baustein“ im Sanierungsgebiet Radebeul-Ost, wie der Baubürgermeister betont.

Dort ist derzeit bereits das Gemeindezentrum der Lutherkirchgemeinde, das zwischen Kirche und Karl-May-Museum entsteht, im Bau. Den Neubau des unweit geplanten Schillerhorts mit Gesamtkosten über rund 3,1 Millionen Euro haben die Stadträte auf ihrer jüngsten Sitzung mit der Vergabe der Planungsleistungen ebenfalls auf den Weg gebracht. Fehlt nur noch der Umbau des gegenüber dem Hain gelegenen Karl-May-Museums, bei dem es laut Müller „auch ganz gut aussieht“. Über das Städtebauprogramm werden alle diese Vorhaben zu zwei Dritteln von Bund und Land gefördert. „Wir sind froh, dass das jetzt mit Mitteln des Städtebauprogramms gemacht werden kann“, meint FDP-Stadtrat Frank Sparbert. „In drei Jahren wären das alles Wunschvorstellungen.“

Mit Vorstellungskraft hat man es auch beim Karl-May-Hain zu tun. Ursprünglich vom Bestseller-Autoren als Obstgarten gegenüber seinem Wohnhaus, der „Villa Shatterhand“, an der heutigen Karl-May-Straße gekauft, wurden – bald nachdem die Witwe Klara May das nach ihrem verstorbenen Gatten benannte Indianermuseum in der „Villa Bärenfett“ eröffnet hatte – Forderungen laut, im Garten einen Ehrenhain zu errichten. 1932 wurde Eröffnung gefeiert, nachdem man das Areal mit starker Symbolkraft umgeformt hatte. Fünf künstliche Wasserläufe, die die fünf Kontinente repräsentieren, auf denen Mays Romanhelden unterwegs sind, münden in einen „Silbersee“, der sein Wasser weiter in einen tieferliegenden „Herzsee“ abgibt. Der wiederum repräsentiert das Herz Winnetous. Außerdem wurden 70 Platanen gepflanzt, für jedes Lebensjahr Mays eine.

Inzwischen sind die Platanen durch Nadelgehölze ersetzt, funktioniert der Wasserlauf nicht mehr, sind Wege und Gehölze durch mehrere Veränderungen „überformt“, wie Müller sagt. Mit dem Denkmalschutz abgestimmt, will man den Park in seine strenge geometrische Form zurückversetzen und dabei auch die Gehölze insbesondere in der Mitte zurückschneiden, um die alte Blickbeziehung zur „Villa Shatterhand“ wieder freizulegen. Das historische Tor und der Metallzaun sollen noch in diesem Jahr restauriert werden. Allein für das Ingangbringen des Wasserflusses werden wohl 170 000 Euro fällig.

Zweiter wesentlicher Bestandteil der Arbeiten ist die Erweiterung um eine angrenzende Fläche, die dem Karl-May-Hain einen Zugang zur Schildenstraße verschafft. Touristen, die von der S-Bahn kommen, könnten dann über Pestalozzi- und Schildenstraße in den Park und von da zum Eingang des Karl-May-Museums geleitet werden, so die Idee. Allerdings ist nicht nur an die Besucher, sondern auch die Bewohner gedacht. „Besonders freut es uns, dass ein relativ großer Spielplatz entsteht“, sagt Stadträtin Eva Oehmichen (Bürgerforum/Grüne). Er ist beiderseits des historischen Weinausschanks auf dem Gelände geplant, der denkmalgerecht saniert werden und eine neue Funktion erhalten soll. Angedacht ist auch die Unterbringung einer öffentlichen Toilette. Wie der Spielplatzes künftig im Detail aussehen soll, muss noch der Stadtentwicklungsausschuss entscheiden.

Nachteilig wirkt sich aus, dass die eigentlich für den Unterhalt des Hains zuständige Klara-May-Stiftung mittellos wurde und Anfang der 50er Jahre erloschen ist. Die Pflege des Parks mit all seinen technischen Feinheiten ist und bleibt daher Aufgabe der Stadt. „Wir machen uns ein bisschen Sorgen, was die Erhaltungskosten angeht“, sagt SPD-Stadtrat Thomas Gey. Der Karl-May-Hain ist auch nach der Sanierung ein teures Vergnügen, das man sich aber bewusst leistet.

Von Uwe Hofmann

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