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Im Meißner Stadtwald finden Wanderer eine bessere Orientierung

Neue Wegweiser Im Meißner Stadtwald finden Wanderer eine bessere Orientierung

Wanderer und Spaziergänger sollen im Meißner Stadtwald besser ihr Ziel finden. Die Stadt schildert die Wanderwege neu aus. Zudem lässt sie zahlreiche Bäume pflanzen. Die Pflanzaktion hat aber weniger touristische Gründe.

OB Olaf Raschke (l.) zeigt im Beisein von Stadtmarketingleiter Christian Friedel und Stadtplanerin Katrin Diersche auf einen der neuen Wegweiser im Stadtwald.

Quelle: Silvio Kuhnert

Meissen. Im Meißner Stadtwald bieten neue Schilder Wanderern und Spaziergängern eine bessere Orientierung. Die Stadt weist die Wege neu aus. „Es gibt nicht nur die Sächsische Schweiz. Auch hier kann man wandern“, sagte OB Olaf Raschke (parteilos), als er die neuen Hinweisschilder bei einem Vor-Ort-Termin am Donnerstag präsentierte. Insgesamt 172 werden im Stadtgebiet aufgestellt.

Allein das Wegenetz durch den Stadtwald misst rund 6,8 Kilometer. Bislang fiel die Orientierung schwer. „Es gab nur fünf desolate Holzschilder“, berichtete Stadtplanerin Katrin Diersche, sowie Markierungen der überregionalen Wanderrouten an Bäumen. Die neuen Wegweiser ähneln der Ausschilderung der touristischen Ziele in der Altstadt. Auf grünem Untergrund weist ein weißer Pfeil mit Zielangabe wie beispielsweise „Königssee“, „Götterfelsen“ oder „Hohe Eifer“ dem Wanderer den Weg und informiert, wie viele Meter oder Kilometer er noch auf Schusters Rappen zurücklegen muss.

„Meißen hat viel Stadtgrün, reizvolle Wegebeziehungen und Aussichtspunkte. Unser Ziel ist es, diese Vorteile für Wanderer und Spaziergänger optimal zu erschließe“, so Stadtoberhaupt Raschke. Neben den bekannten Routen zur Boselspitze oder Schloss Siebeneichen gebe es, in den rund 100 Hektar städtischen Forst noch viele weitere Punkte mit einem faszinierenden Blick ins Elbtal zu entdecken.

Für die neue Wegebeschilderung nahm die Stadt rund 6100 Euro in die Hand. Mit dem Geld hat der städtische Bauhof im Auftrag des Stadtmarketings bisher 72 Schilder im Stadtwald aufgestellt. In der nächsten Zeit folgen weitere Schilder, davon 33 im Goldgrundwald, elf zwischen Goldgrund und Siebeneichen sowie 56 im Schlosspark Siebeneichen. Darüber hinaus möchte die Stadt ihr Wanderwegenetz noch bekannter machen. „Künftig wollen wir das Segment Wandern und Outdooraktivitäten sowohl digital als auch im Printbereich noch weiter ausbauen“, kündigte Christian Friedel, Amtsleiter für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur an. Dazu zählen der Druck von Wander- und Radwegekarten sowie die Gestaltung einer Internetseite, auf der neben Wanderrouten auch Informationen zu Sehenswürdigkeiten entlang der Strecken zu finden sind.

Der Meißner Stadtwald und sein Wegenetz wächst. Seine Erweiterung hat jedoch weniger touristische Gründe, sondern dient dem Hochwasserschutz. Im Mai 2014 hatten sich auf den Feldern zwischen den Stadtteilen Dobritz und Korbitz gewaltige Wassermassen angesammelt, die sich mit dem aufgeweichten Ackerboden als Schlammlawine ins Triebischtal wälzten. Damals wurden innerhalb von Minuten rund 4,2 Millionen Euro Schäden allein an Gebäuden, Wegen und Straßen angerichtet, wie eine Untersuchung der Stadt nach dem Unwetter ergab.

Um die Gefahr von Schlammlawinen zu bannen, nahm die Stadt im März dieses Jahres umfassende Aufforstungen auf ehemaligen Feldern oberhalb des Stadtwaldes vor. Auf vier Flächen von insgesamt 3,6 Hektar Größe, die mit ihrer starken Neigung das größte Risiko für die Bodenerosion darstellten, wurden 3900 Esskastanien, 273 Winterlinden, 300 Schlehen, 6656 Stieleichen, 5656 Bergahorne und 3000 Vogelkirschen für 27000 Euro gepflanzt. „Im kommenden Jahr ist die Herstellung eines Weges zur oberen Erschließung des Stadtwaldes geplant bevor 2019 ein weiterer Streifen von 4,3 Hektar aufgeforstet werden kann“, informierte Stadtplanerin Diersche. Neben der Aufforstung soll Acker- in Grünland umgewandelt werden.

Von Silvio Kuhnert

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