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Hotelprojekt soll Lochmühle im Liebethaler Grund retten

Vision für verfallen Gasthof Hotelprojekt soll Lochmühle im Liebethaler Grund retten

Der Malerweg ist ab Sonnabend an der Lochmühle im Liebethaler Grund nach monatelanger Sperrung wieder frei. Für den verfallen Gasthof hat sich ein neuer Eigentümer und Investor gefunden. Über seine Vision von der Lochmühöle, in der schon Richard Wagner eingekehrt war, spricht Hermann Häse im DNN-Interview.

Hermann Häse ist der neue Eigentümer der Lochmühle im Liebethaler Grund. Mit einem Hotel über dem Fels möchte er den historischen Gasthof im Tal wiederbeleben.

Quelle: Silvio Kuhnert

Lohmen. An der Lochmühle im Liebethaler Grund sind Bauleute am Werk. Vorerst sichern sie nur die Bausubstanz, aber der neue Eigentümer Hermann Häse hat mit dem verfallenen Gasthof Großes vor. Am kommenden Sonnabend stellt er seine Vision um 11 Uhr vor Ort vor, vorher sprach er mit den DNN darüber.

Frage: Wegen Einsturzgefahr ist der Malerweg an der Lochmühle seit Juli vorigen Jahres gesperrt. Herr Häse, Sie sind der neue Eigentümer dieses geschichtsträchtigen, jedoch schon sehr verfallenen Gebäudes. Wann werden Wanderer wieder die Lochmühle passieren können?

Hermann Häse: Am kommenden Sonnabend wird der Malerweg wieder offiziell freigegeben. Es ist ein Skandal, dass der Weg ein Dreivierteljahr gesperrt war – wegen Eigentümern, die ihren Pflichten nicht nachkamen. Und die Behörden waren auch zu lasch, haben ihnen kein Feuer unterm Hintern gemacht. Seit Anfang März bin ich nun der Eigentümer. Mein Antrieb war es, schnell bei der Sicherung der Bausubstanz voranzukommen. Die Bauarbeiter geben Gas, wie man sehen kann.

Werden Sie die Lochmühle nur sichern oder haben Sie mit dem Objekt mehr vor?

Die Lochmühle wird ein nobles Restaurant mit Appartements. Und sie wird ein Ort der Muse. Das Gebäude wird um einen Malersaal erweitert. Professor Richard Guhr hat nicht nur das Wagner-Denkmal im Liebethaler Grund oder den Dresdner Rathausmann geschaffen, sondern auch eine Menge guter Bilder mit Wagnermotiven gemalt. Diese sind alle während des Bombenangriffs auf Dresden am 13. Februar 1945 verbrannt. Danach hat er sie aus dem Gedächtnis neu gemalt. Nach seinem Tod geriet sein Werk leider in Vergessenheit. In der Lochmühle soll seine Wagner-Ehrung wieder zu sehen sein.

Die Lochmühle wird nicht nur ein Ort zum Einkehren, sondern auch zur inneren Einkehr, oder?

Im Torhaus, durch das der Malerweg bis in die Böhmische Schweiz führt, wird eine interkonfessionelle Versöhnungskapelle eingerichtet. Die Evangelische Gemeinde Lohmen ist die Trägerkirche. Weitere Partner sind die katholische, die reformierte evangelische und die russisch-orthodoxe Kirche, die Paptistengemeinde Dresden sowie die anglikanische Kirche in Coventry und die jüdische Gemeinde in Dresden. Mit der Kapelle wollen wir nicht missionieren, sondern einen Beitrag zur Versöhnung und Bildung leisten. Im Liebethaler Grund und zur Lochmühle wandert man nicht nur, sondern pilgert. Ich bin selbst in der evangelischen Kirche. Der Glaube hilft einem in vielen Dingen des Lebens weiter. Wenn die Kapelle einmal geweiht ist, können in der Lochmühle zum Beispiel Taufen und Eheschließungen gefeiert werden.

Ihr Projekt umfasst nicht nur die Lochmühle, sondern auch das Areal oberhalb des Felsens. Warum wollen Sie dort das Hotel „Walhall-Lochmühle“ bauen?

Es ist das Kernstück des Projekts. Ohne das Hotel kann man die Sanierung der Lochmühle vergessen. Denn sie kostet allein über zwei Millionen Euro. Dafür gibt es aber keine Fördermittel. Für Investitionen in Hotelbetten im Vier-Sterne-Bereich dagegen schon. Und ein Vier-Sterne-Hotel mit bis zu 46 Zimmern und Suiten möchte ich am Felsen oberhalb der Lochmühle anbieten, um die Rettung des Denkmals im Tal finanzieren zu können. Hotel und Gasthof werden durch einen Panoramalift verbunden, der öffentlich genutzt werden kann.

Die Lochmühle liegt in einem Schutzgebiet. Sind die Behörden mit ihrem Hotelprojekt einverstanden?

Bislang sind sie dagegen. Jedoch besteht an der Rettung der Lochmühle ein hohes öffentliches Interesse. Aber nicht nur allein das. Mir liegt ein Gutachten vor, wonach Felsen von der Wand abzustürzen drohen. Die Situation ist schlimmer als an der Bastei. Wenn nichts gemacht wird, stürzen irgendwann Felsbrocken auf den Malerweg, und die Route ist blockiert. Ich bin bereit, eine Felssicherung vorzunehmen. Sie kostet aber sehr viel Geld. Und ich kann sie nur über die Realisierung des Hotel-Projekts finanziell und baulich stemmen. Ich hoffe, dass die Behörden einlenken und dieses Vorhaben erlauben. Dafür sollte aber nicht allzu viel Zeit verstreichen. In vier Jahren feiere ich meinen 80. Geburtstag. Und wenn ich 80 Jahre alt bin, habe ich keinen Bock mehr, ein Investitionsvorhaben von rund 7,3 Millionen Euro anzugehen.

Von Silvio Kuhnert

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