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Haftstrafe für Pirnas Pistolenräuber

69-Jähriger muss sieben Jahre und drei Monate ins Gefängnis Haftstrafe für Pirnas Pistolenräuber

Friedhelm L. hat im vergangenen Jahr für viel Verunsicherung in Pirna gesorgt. Zwischen August und Dezember überfiel er vier Geschäfte, bedrohte die Verkäuferinnen mit einer Pistole, fesselte sie mit Kabelbinder, drängte sie in die Hinterräume und plünderte dann die Kassen. Etwa 2500 Euro raubte er - hoch war die Beute nicht, die Strafe schon.

Der 69-jährige Friedhelm L. muss viele Jahre ins Gefängnis.

Quelle: Monika Löffler

Pirna. Friedhelm L. hat im vergangenen Jahr für viel Verunsicherung in Pirna gesorgt und vor allem die Händler in der Innenstadt in Angst und Schrecken versetzt. Zwischen August und Dezember überfiel er vier Geschäfte, bedrohte die Verkäuferinnen mit einer Pistole, fesselte sie mit Kabelbinder, drängte sie in die Hinterräume und plünderte dann die Kassen. Etwa 2500 Euro raubte er - hoch war die Beute nicht, die Strafe schon.

Wegen schweren Raubes, in Tateinheit mit Freiheitsberaubung, Betrug und Urkundenfälschung wurde er vom Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und drei Monaten verurteilt – eine lange Zeit, vor allem für einen 69-Jährigen, obwohl der Angeklagte reichlich Hafterfahrung hat. Er ist Wiederholungstäter. Viele Jahre seines Lebens hat er sich mit Betrügerein und anderen Straftaten über Wasser gehalten und oft im Gefängnis gesessen - einmal elf Jahre und sechs Monate wegen schweren Raubes in München. Den Absprung aus seiner kriminellen Vergangenheit, hat er trotz aller Bemühungen nicht geschafft.

2014 kam der Nordrhein-Westfale mit seiner Frau nach Pirna. Der 69-Jährige leidet an schwerer Diabetes, das Geld war knapp und so verlegte er sich wieder auf Straftaten, um seine finanzielle Situation aufzubessern. Allerdings macht da manches keinen Sinn. Unmaskiert und teilweise am hellen Tag marschierte er kurz vor Ladenschluss in Geschäfte auf der Schuh- und der Barbiergasse, der Dohnaischen und der Gartenstraße, bedrohte die Verkäuferinnen, griff in die Kassen und hinterließ Spuren. Einmal „besuchte“ er sogar eine Boutique in der Straße, in der er selbst wohnte. Er musste damit rechnen, wiedererkannt zu werden.

Seine Opfer leiden noch heute unter den Folgen der Überfälle, haben Angst allein im Laden zu sein, einige sind in Psychologischer Behandlung, eine musste ihren Beruf aufgeben. Der 69-Jährige entschuldigte sich bei den Frauen, aber nicht alle nahmen seine Entschuldigung an. Der Schock sitzt zu tief.

Friedhelm L. prellte zudem noch mehrere Vermieter der Stadt. Viermal schloss er unter dem Namen „Friedrich von Anhalt“ Mietverträge für Wohnungen in Pirna ab, zahlte aber weder Miete noch Kaution. In jedem Fall legte er bei den Vermietern gefälschte Ausweise und Rentenbescheinigungen vor.

Der Angeklagte räumte zwar alle Vorwürfe ein, erklärte auch umfangreich Details konnte oder wollte aber das Motiv für die Taten nicht nennen. „Für mich stellt sich die Frage, warum ich den Blödsinn überhaupt gemacht habe. Ich ärgere mich schwarz“, erklärte er halbherzig.

So kann man über den Grund nur spekulieren: seine Krankheit, der ständige Geldmangel, die kriselnde Ehe, eine Mischung aus allem oder wollte der 69-Jährige sogar festgenommen werden. Manchmal hatte es den Anschein. Irgendwie hat er wohl mit allem abgeschlossen. „Ich komme sowieso nicht mehr lebend aus dem Gefängnis raus.“ Zur Tatzeit stand er unter Bewährung, wird die widerrufen bleibt es nicht bei den sieben Jahren und drei Monaten.

Von Monika Löffler

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