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Freundschaftswanderung macht das Dutzend voll

Diesjähriges Ziel ist der Dymnik Freundschaftswanderung macht das Dutzend voll

Zu einer gemeinsamen Wanderung von Deutschen und Tschechen laden am 9. September 2017 die Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz und die SPD-AG Euroregion Elbe/Labe nach Rumburk ein. Das Ziel ist neben dem Rauchberg vor allem eins: Freundschaft.

Abstimmung über den Aufstieg auf den Dymnik (Foto auf dem Bildschirm): Klaus Fiedler (l.) und Tomas Salov suchen eine abwechslungsreiche Wanderroute aus.

Quelle: Silvio Kuhnert

Pirna/Krasna Lipa. Der Traum vom Unesco-Welterbetitels ist zwar passé, die Freundschaft aber bleibt – die Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz (NP) und die SPD-AG Euroregion Elbe/Labe organisieren wieder eine gemeinsame Wanderung. Die 12. Freundschaftswanderung führt am 9. September auf den Dymnik (Rauchberg). Warum sich NP-Sprecher Tomas Salov und Klaus Fiedler, Koordinator der SPD-AG, mit zahlreichen Freunden und Unterstützern alljährlich auf den Weg machen, erzählen sie im DNN-Interview.

Frage: Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen der Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz und der SPD-AG Euroregion Elbe/Labe?

Klaus Fiedler: Mit der Verwaltung des Landschaftsschutzgebiets Elbsandsteingebirge in Tschechien, konkret mit Werner Hentschel, stand die SPD-AG bereits seit vielen Jahren im engen Kontakt. Gemeinsam haben wir die Weltnaturerbe-Wanderung initiiert, die 2006 zum ersten Mal stattfand und von Dolni Zleb (Niedergrund) nach Krippen führte. Die Teilnehmer machten sich für den Unesco-Weltnaturerbetitel für die Sächsisch-Böhmische Schweiz stark und wanderten seither jedes Jahr. Als Werner Hentschel in den Ruhestand ging, war ein neuer Partner vonnöten. Und so schrieb ich den Leiter der Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz, Pavel Benda, an und er war sofort bereit, als Mitorganisator die entstandene Lücke ab 2011 zu schließen. 

Und der Traum vom Titel Unesco-Weltnaturerbetitel ist später leider geplatzt, oder?

Tomas Salov: Im Jahr 2014 bat das tschechische Umweltministerium den renommierten Geologie-Professor Williams aus Neuseeland, die Chancen der Sächsisch-Böhmischen Schweiz auf den Unesco-Weltnaturerbetitel zu untersuchen. Der Experte kam in seinem Gutachten jedoch zu dem Schluss, dass die Chancen der Sächsisch-Böhmischen Schweiz nur marginal seien, auf die Unesco-Liste zu kommen. Die Gebietskulisse hätte viel größer sein müssen, und zwar sollte sie seiner Empfehlung nach die gesamte böhmische Kreidesenke umfassen. Dies ist ein ausgedehntes Sandsteingebiet, das vom polnischen Heuscheuergebirge über das Böhmische Paradies bis zur Sächsisch-Böhmischen Schweiz reicht. Als das Gutachten vorlag, wurde das Ziel der Aufnahme auf die Liste des Unesco-Weltnaturerbes nicht mehr verfolgt.

Und als das Gutachten vorlag, wurde aus der Weltnaturerbewanderung in eine Freundschaftswanderung umgewandelt ...

Klaus Fiedler: Als feststand, dass es mit dem Unesco-Welterbe nichts wird, waren Pavel Benda, Tomas Salov und ich uns dennoch schnell einig, dass wir die gemeinsame Wanderung von Deutschen und Tschechen fortsetzen wollen. Denn sie ist eine gute Möglichkeit und Gelegenheit zur Pflege und Vertiefung von Kontakten und dient als Gesprächsplattform. Als wir nach einem neuen Namen suchten, meinte Salov, warum nennen wir sie künftig nicht einfach Freundschaftswanderung. Ein neues Ziel ist die Förderung des sanften Tourismus, und zwar grenzüberschreitend.

Tomas Salov: Die beiden Nationalparkverwaltungen arbeiten gemeinsam seit Jahren daran, dass die Region zusammenwächst. Denn die Natur kennt keine Grenzen. Deshalb wollen wir auch die zwischenmenschlichen Beziehungen fördern. Die Verwaltungen der Nationalparke versuchen z. B. die Bedingungen in der Infrastruktur, vor allem beim öffentlichen Nahverkehr zu verbessern und Verbindungen sowie Abfahrtszeiten von Bus, Bahn und Fähren aufeinander abzustimmen. Die Freundschaftswanderung ist ein weiterer Beitrag, die zwischenmenschlichen Kontakte zwischen Tschechen und Deutschen auszubauen. 

2015 führte die Wanderung auf den Schneeberg, im vorigen Jahr auf den Lilienstein und dieses Jahr auf den Dymnik. Dieser liegt nicht mehr in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz, sondern im Schluckenauer Zipfel. Warum wurde dieses Wanderziel gewählt?

Tomas Salov: Die Menschen, die an der Wanderung teilnehmen, sind für die Natur und deren Schutz in den beiden Nationalparkregionen bereits sensibilisiert. Wir möchten ihr Gefühl einer Einheit der Grenzregion, zu der auch die beiden Landschaftsschutzgebiete sowie Gebiete wie der Schluckenauer Zipfel zählen, stärken. Deshalb führen die Wanderungen immer wieder auch zu Zielen außerhalb der Nationalparkregionen, denn auch dort gibt es viel zu entdecken. In diesem Jahr liegt mit der Loreto-Kapelle in Rumburk auch ein kulturelles Kleinod auf dem Weg.

Klaus Fiedler: Wir haben uns neben dem Rauchberg für einen Besuch dieses Heiligtums entschieden, weil wir neben dem Naturerlebnis auch auf die engen kulturellen Bande, die zwischen Tschechen und  Deutschen über viele Jahrhunderte bestanden, aufmerksam machen wollen. In unserer Grenzregion haben wir nicht nur Naturschönheiten als Wanderziele zu bieten, sondern auch hohe Kulturgüter. 

Und wer wandert bei der Freundschaftswanderung so alles mit?

Klaus Fiedler: Die Wanderung hat bereits ein gutes Echo auch über die Grenzen von Sachsen gefunden. So reist beispielsweise Familie Frahne aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf an. Aber auch der sächsische Staatssekräter für Wissenschaft und Kunst, Uwe Gaul (SPD), der Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig (CDU(, Landrat Michael Geisler (CDU), die beiden Leiter der Nationalparkverwaltungen, Dietrich Butter und Pavel Benda, Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos), der Bürgermeister von Königstein, Tobias Kummer (CDU), und sein Amtskollege aus Hohnstein, Daniel Brade (SPD), haben ihr Kommen bereits zugesagt wie Almut Thomas, Landesvorsitzende der Naturfreunde Sachsen. Erwartet wird auch Generalkonsul Jiri Kudela vom tschechischen Generalkonsulat aus Dresden.

11. Freundschaftswanderung, Sonnabend, 9. September, Treffpunkt: 10.30 Uhr, Bahnhof Rumburk. Der Flyer mit allen Informationen ist kostenlos erhältlich im SPD-Bürgerbüro in Pirna, Breite Straße 12, per E-Mail: klaus.fiedler@spd-soe.de oder Tel.: 03501 /509064.

Von Silvio Kuhnert

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