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Freitals Lederfabrik: Abriss ist einzige Option

Sondersitzung Mitte Mai Freitals Lederfabrik: Abriss ist einzige Option

Sanierung oder Abriss – zwischen diesen beiden Optionen für das ruinöse Gebäude der einstigen Lederfabrik muss der Stadtrat in Freital wählen. Aufgrund der hohen Investitionskosten kommt jedoch nur eine Lösung in Frage.

Das von der einstigen Lederfabrik noch erhaltenen Gebäude ist in einem ruinösen Zustand und mit Giftstoffen belastet.

Quelle: Wikipedia

Freital. Über die Zukunft der ehemaligen Lederfabrik entscheidet der Freitaler Stadtrat auf einer Sondersitzung am 18. Mai. OB Uwe Rumberg (CDU) hat den ursprünglich für Donnerstagabend geplanten Beschluss über Sanierung oder Abriss noch einmal vertagt. Grund: einige Stadträte monierten, dass sie die Beschlussvorlage zu spät erhalten haben. Sie drohten mit rechtlichen Schritten. „Die damit verbundenen Unsicherheiten und Risiken für den Beschluss sollen mit dieser Lösung ausgeräumt werden“, begründete das Stadtoberhaupt die Vertagung und Einberufung einer Sondersitzung.

Die Zeit drängt. Damit das Areal der 1991 geschlossenen Lederfabrik im Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ im Stadtteil Deuben verbleibt und Bestandteil des Fortsetzungsantrags für das Programmjahr 2017 wird, wünschen die Fördermittelgeber, die Sächsische Aufbaubank und das sächsische Innenministerium, noch diesen Monat einen Grundsatzbeschluss zum weiteren Umgang mit der Ruine an der Poisentalstraße.

Zwei Varianten hat die Stadt, die seit Oktober 2014 Eigentümer der Immobilie ist, untersuchen lassen. Die eine Option umfasst die Sanierung der noch vorhandenen und unter Denkmalschutz stehenden Bausubstanz und den Umbau zu einem Kreativpark. Unternehmen aus der Kreativwirtschaft sollen sich in dem Gebäude ansiedeln. Die andere Option lautet der Abriss.

Für den Variantenvergleich ließ die Verwaltung vor allem den Zustand der Bausubstanz unter die Lupe nehmen.Von großem Interesse war auch, ob in dem Gebäude mit Altlasten zu rechnen ist. „Die Studien hatten erhebliche bautechnische Schäden und Mängel sowie eine Belastung der Bausubstanz mit Giftstoffen ergeben“, teilte Stadtsprecher Matthias Weigel mit. Die Sicherung des jetzigen Baukörpers samt Beseitigung der Altlasten und Umbau zu einem Kreativpark würde nach derzeitiger Kostenberechnung mit rund 8,7 Millionen Euro zu Buche schlagen. Davon müsste die Stadt trotz Fördermittel allein 3,8 Millionen Euro an Eigenmitteln in den Haushalt einstellen. Hinzukommen weitere 1,1 Millionen Euro die als Betriebskosten und als sogenannte Anfangsverluste in den ersten zehn Jahren anfallen, bis das Objekt soweit vermietet ist, dass es sich selbst finanziell trägt.

Der Abriss würde den städtischen Etat dagegen mit „nur“ circa 1,5 Millionen Euro belasten. Dafür fließen allerdings keine Fördermittel aus dem Städtebauprogramm. Im Gegenteil: die aus dem Fördertopf damals für den Erwerb des 8000 Quadratmeter großen Areals verwendeten 480000 Euro müsste die Stadt wieder zurückzahlen. Durch einen späteren Verkauf des Grundstückes könnte dieser Betrag aber in den städtischen =Haushalt zurückfließen.

Angesichts der hohen Sanierungskosten möchte sich die Stadt von der Idee eines Kreativparks verabschieden. Der hohe Eigenanteil übersteigt die finanziellen Möglichkeiten der Kommune und würde Mittel binden, die dann beim Kita-, Schulhaus- und Straßenbau auf Jahre fehlen. Die Verwaltung schlägt daher den Abriss vor. Gleichzeitig soll ein Konzept zur weiteren Entwicklung erarbeitet werden. Eine Entscheidung muss der Stadtrat am 18. Mai fällen.

Bevor jedoch die Stadt die Abrissbirne selbst schwingt, möchte sie das Areal dem Freistaat als Behördenstandort anbieten. Denn Rat und Verwaltung hoffen immer noch, dass, wie vor einigen Jahren vom Regierungskabinett beschlossen, ein „Haus der Bildung“ nach Zusammenlegung der Sächsischen Bildungsagentur und des Sächsischen Bildungsinstituts zum Landesamt für Schule und Bildung nach Freital kommt.

Von Silvio Kuhnert

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