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Freitaler will die Dachbox revolutionieren

Einfalten statt die Finger beim Montieren brechen Freitaler will die Dachbox revolutionieren

Serle Johann Espig ist sich sicher: Er hat die Autodachbox revolutioniert. Der Unternehmer, der sich in Freital niedergelassen hat, bietet ein Modell an, das sich auf Knopfdruck entfaltet und zusammengefaltet auf dem Autodach bleiben kann, wenn es nicht benötigt wird.

Diese Dachbox lässt sich falten.

Quelle: PR

Freital. 2007 sei es gewesen, sagt Unternehmer Serle Johann Espig. Da habe er in den USA für Freunde, die in den Ski-Urlaub fahren wollten, eine Dachbox montiert. „Ich habe mir fast die Finger gebrochen und mich furchtbar geärgert.“ Als er ein Jahr später in Chicago von einem Kurs „Kommerzialisierung von Ideen“ durch hohe Schneeberge nach Hause gestapft sei, da sei ihm die Idee gekommen: „Die Autodachbox ist in den 1970er Jahren stehengeblieben. Es muss ein Modell geben, das sich kinderleicht montieren lässt und eingeklappt werden kann, wenn es nicht benötigt wird.“

Die Idee ließ den Betriebswirtschaftler nicht mehr los, erklärt er. Zunächst aber habe er mehrere Jahre in der Schweiz für einen Investor gearbeitet. „Ich wollte erst die andere Seite kennenlernen, bevor ich mich selbst auf ein Unternehmen einlasse. Ich wollte wissen, warum Investoren einige junge Unternehmen unterstützen und andere nicht.“ In seiner Freizeit habe er die Markt- und Wettbewerbssituation recherchiert, einen Businessplan geschrieben und die Frage von Patenten studiert.

2009 sei er nach Hamburg zu seiner heutigen Frau gezogen und habe in der Küche die ersten Formmuster erarbeitet, erinnert sich der gebürtige Göttingener. „Von 12 bis 18 Uhr war am Sonntag die Küche tabu. Da habe ich mit meinem Werkzeugkoffer gesessen und gearbeitet.“ Er habe den Kontakt zu Hochschulen geknüpft, um seine Idee weiter auszufeilen. Schließlich habe er nach einer deutschlandweiten Standortanalyse sein Unternehmen SEs Solutions GmbH gegründet – im damals neuen Technologiezentrum Freital. „Für den Großraum Dresden haben viele Faktoren gesprochen“, erklärt der 36-Jährige. „Die attratkiven Förderprogramme, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, viele in der Kunststoffverarbeitung tätige Unternehmen.“

Sein Produkt sei mittlerweile serienreif, sagt der Jungunternehmer: „Wir haben ein System entwickelt, das den Stauraum im Fahrzeug auf Knopfdruck erweitert, wenn es einmal montiert ist.“ Werde die Box nicht benötigt, könne sie eingefaltet werden, das Abmontieren entfalle. „Unser System kann für jedes herkömmliche Auto verwendet werden“, verspricht Serle. Bei der Konstruktion habe er Wert auf Effizienz gelegt: Die Freitaler Dachbox habe im ausgefalteten Zustand einen deutlich niedrigeren Luftwiderstand im Vergleich zu herkömmlichen Modellen. Das spare Treibstoff und verringere Lärmemissionen.

Zwölf Mitarbeiter beschäftigt Serle in zwei Unternehmen, neben der SEs Solutions GmbH betreibt er auch einen Onlineshop für Dachboxen. Er sieht für sich große Wachstumspotenziale und neue Arbeitsplätze für Ingenieure, Internetfachleute oder Programmierer von Apps. Die Teile für die Dachboxen will er sich von sächsischen Kunststoffherstellern liefern lassen und in Freital die Endmontage ansiedeln.

Espig hat auf der Internetplattform www.fundernation.de eine sogenannte Crowdinvesting-Kampagne gestartet, die bis Mitte Mai läuft. Er will möglichst viele Anleger finden, die in die Technologie investieren. Das sei die einzige Schwierigkeit für einen Firmengründer in Sachsen, sagt er: „Die öffentliche Förderung ist exzellent, aber es ist schwer, privates Kapital zu akquirieren.“

Privat hat sich der Jungunternehmer in Dresden-Plauen niedergelassen. „Genau in der Mitte zwischen Universität und Technologiezentrum Freital“, erklärt er die Wahl seiner Wohnung.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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