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Feuerwachenneubau in Radebeul-Ost – Standort ist klar, Bauzeit nicht

Drei Millionen Euro Baukosten Feuerwachenneubau in Radebeul-Ost – Standort ist klar, Bauzeit nicht

Nächstes Jahr sind es dann zwanzig Jahre. Zwei Jahrzehnte, in denen an der Feuerwache Radebeul-Ost baulich nicht viel geschehen ist. Aus gutem Grund: Schon 1998 wusste man, dass der Standort an der Wichernstraße keine Zukunft hat, weil er zu eng und abgelegen ist.

Der neue Standort an der Schildenstraße. Die Unterführung ist für Feuerwehrautos zu niedrig, sie fahren über die Hauptstraße.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Nächstes Jahr sind es dann zwanzig Jahre. Zwei Jahrzehnte, in denen an der Feuerwache Radebeul-Ost baulich nicht viel geschehen ist. Aus gutem Grund: Schon 1998 wusste man, dass der Standort an der Wichernstraße keine Zukunft hat, weil er zu klein und abgelegen ist. Geld für Umbauten sollten doch besser in einen neuen Standort gesteckt werden, hieß es damals. Passiert ist seither nicht viel – die Feuerwache Radebeul-Ost blieb baulich auf dem Stand der 1990er Jahre stehen. Von einer neuen Wache konnten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr auch nur träumen. Doch das ändert sich gerade: Der Alternativstandort steht nach langer Suche endlich fest.

Es handelt sich um ein Grundstück an S-Bahntrasse und Schildenstraße, das derzeit als Lager für Baustoffe dient. Das beste an der Fläche: Sie gehört der Stadt, die sie im Zuge der Verlegung der Schildenstraße wegen des Durchstichs zur Gartenstraße kaufen musste. Langwierige Kaufverhandlungen mit Grundstückseigentümern werden das Vorhaben – anders als zum Beispiel den Bau eines dritten Sportplatzes an Lößnitzstadion oder Lößnitzbad – nicht ausbremsen. Wenn die Stadt ihre Hausaufgaben zügig macht, könnte es also ziemlich schnell gehen, bis die Wache steht. Danach sieht es derzeit jedoch nicht aus.

Das lässt sich jedenfalls aus dem Fahrplan ablesen, den man im Rathaus bisher für den Wachenneubau aufgestellt hat. Demnach hofft man darauf, dass das beauftragte Büro bis zum Sommer die Unterlagen für einen Architektenwettbewerb zusammengestellt hat, der anschließend ausgelobt wird. Der Gewinnerentwurf könnte dann Anfang 2018 feststellen. Kostenpunkt für das Verfahren: rund 150 000 Euro. Danach beginnt unsicheres Fahrwasser. Der weitere Fahrplan sei abhängig von der Bewilligung von Fördermitteln, teilt Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) auf DNN-Anfrage mit. Ohne will er nicht bauen und auch mit Förderung kommen auf die Stadtkasse beträchtliche Ausgaben zu: Rund drei Millionen werde das Gesamtprojekt laut einer Machbarkeitsstudie kosten, sagt Müller. Davon werden rund 2,3 Millionen Euro nur für den Neubau, der Rest für Grundstückserschließung, Außenanlagengestaltung, Ausstattung und Baunebenkosten – insbesondere die Planung – ausgegeben.

Es gibt also nur eine vage Perspektive. Das ist für die Feuerwehrkameraden von Radebeul-Ost immerhin ein Fortschritt, nachdem sie jahrelang nur neidisch auf die Verhältnisse der drei anderen Radebeuler Feuerwehrstandorte blicken konnten. Die Freiwillige Feuerwehr Kötzschenbroda ist an der Wilhelm-Eichler-Straße in einem gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk genutzten Neubau untergebracht, die Ortsfeuerwehren Lindenau und Wahnsdorf besitzen sanierte Feuerwehrgerätehäuser. Es ist nicht so, dass man sich nicht um die lebensrettenden Ehrenamtler der Stadt gekümmert hätte, wird Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) nicht müde zu betonen. Nur in Ost hat das nie geklappt.

Dabei sind die Nachteile seit Jahren bekannt. Die Wache liegt nicht nur an einer engen Anliegerstraße mitten in einem ruhigen Wohngebiet auf einem viel zu kleinen Grundstück. Sie befindet sich auch im engeren Umkreis der Chemikalienproduktion an der Meißner Straße. Was zu einer besonders absurden Situation führen könnte: Kommt es dort zu einer Havarie, wird automatisch das Gebiet in einem Umkreis von 300 bis 500 Metern abgeriegelt, inklusive Feuerwache. Die Feuerwehrleute könnten genau dann nicht zu Ausrüstung und Geräten, wenn sie am nötigsten gebraucht werden.

Dieses potentielle Sperrgebiet in Radebeul-Ost hat auch dafür gesorgt, dass die Suche nach dem neuen Standort so lange dauerte. Einer der 14 untersuchten Standorte beispielsweise, das unbebaute Areal an der Gleisschleife Ost, wurde am Ende genau aus diesem Grund nicht beachtet. Andere Flächen, etwa an der Maxim-Gorki-Straße oder auf dem Glasinvest-Gelände, sind inzwischen für Wohnungsbauprojekte reserviert. Es bleibt die Schildenstraße, die auch ein paar Nachteile hat: So wird mit dem Neubau auf der grünen Wiese das dortige Freiflächenareal zerschnitten. Ein kleiner Nachteil, die einen großen Vorteil überwiegen: Die Wache rückt mehr von der Stadtgrenze zur Mitte. Dort gab es wegen der Randlage der jetzigen Wache eine Lücke, in der Alarmierungszeiten kaum einzuhalten sind. Auch dieses Problem soll die neue Wache beheben.

Von Uwe Hofmann

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