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Evangelische Oberschule in Radebeul geplant

Standort gefunden Evangelische Oberschule in Radebeul geplant

Zum Schuljahr 2018/19 soll es eine neue Schule in der Stadt geben. Genauer gesagt eine evangelische Oberschule.

An der evangelischen Grundschule an der Wilhelm-Eichler-Straße in Radebeul wirbt ein Banner für den Spendenlauf zu Gunsten der geplanten Oberschule.

Quelle: Lisa-Marie Leuteritz

Radebeul. Zum Schuljahr 2018/19 soll es eine neue Schule in der Stadt geben. Genauer gesagt eine evangelische Oberschule. Der Evangelische Schulverein Radebeul e.V. hegt diese Idee bereits seit 2015. „Damals haben sich die Gründer im Februar getroffen und erste Ideen besprochen“, erinnert sich Monika Hochmuth-Alvarez. Sie ist mittlerweile Vorstandsvorsitzende des Vereins. Ursprünglich war geplant, ein neues Gebäude am Moritz-Garte-Steg zu errichten. Da, wo ehemals die Theaterwerkstätten der Landesbühnen Sachsen standen. Doch dieser Standort ist nun vom Tisch. Grund dafür ist, dass es schlicht zu teuer ist. 5,5 Millionen Euro wären für einen Neubau notwendig gewesen, davon hätten 3,8 Millionen gefördert werden können, den Rest müsste der Schulverein selber aufbringen. Und das ist kaum schaffbar, resümierte der Verein. Auch die Stadt fürchtete, dass eine Finanzierung nicht machbar sei. Außerdem gebe es an diesem Standort keine Entwicklungsmöglichkeiten für die Schule, heißt es in einem Schreiben.

Neuer alter Standort in Radebeul-West

Nun aber sorgte das Sanierungsgebiet Radebeul West auch beim Thema Schulstandort für eine bessere Lösung. An der Harmoniestraße sollen neue Gebäude entstehen, welche genügend Platz für Grund- und Oberschule Kötzschenbroda bieten, ebenso wie für den Hort. Dieser ist zurzeit noch über der evangelischen Grundschule an der Wilhelm-Eichler-Straße zu Hause. Die freiwerdenden Räumlichkeiten ermöglichen dem Schulverein nun, die geplante Oberschule dort einzurichten. Da es aber noch einige Zeit dauern wird, bis die Pläne konkret werden, braucht es eine Übergangslösung.

Diese hat die Stadt nun dem Verein angeboten und es handelt sich um die ehemaligen Räume der Arbeitsagentur an der Ludwig-Jahn-Straße 4. Das Haus befindet sich direkt neben der evangelischen Grundschule. Die Lösung mit dem Ausweichquartier gleich nebenan sowie die Aussicht auf die Räumlichkeiten des Hortes im Schulgebäude an der Wilhelm-Eichler-Straße senkt die Kosten enorm. Lediglich 1,5 Millionen sind nun für den Umbau noch notwendig. Davon sind 20 Prozent Eigenkapital notwendig, welche der Verein weiterhin mittels Spenden sammelt. Im vergangenen Jahr wurde erstmals ein Spendenlauf zugunsten des evangelischen Schulvereins veranstaltet und stolze 70 000 Euro wurden gesammelt. Das soll sich in diesem Jahr wiederholen, bestenfalls mit noch mehr Teilnehmern und Sponsoren. Neben dem Hauptsponsor Linopro, einem Unternehmen für Softwareentwicklung, unterstützen noch einige weitere Sponsoren den diesjährigen Lauf.

Nun braucht es Personal und Schüler

Die Standortfrage ist also geklärt. Doch zur Gründung einer Schule gehört noch einiges mehr dazu. Um einen Antrag bei der Sächsischen Bildungsagentur stellen zu können, braucht es noch einen finaziellen Nachweis und Lehrerpersonal. „Wir haben den Antrag schon einmal gestellt, mussten ihn jedoch zurückziehen. Die Voraussetzungen waren einfach nicht gegeben“, erinnert sich Monika Hochmuth-Alvarez. Doch dieses Mal sieht es gut aus. Stellenangebote für Lehrer sowie für einen Schulleiter sind bereits auf der Internetseite der Grundschule zu finden. Und das, obwohl der Start erst für das übernächste Schuljahr geplant ist. „Es gibt bereits im Vorfeld viel zu organisieren, deshalb suchen wir jetzt schon nach Personal“, so Hochmuth-Alvarez. Ihre beiden jüngeren Kinder haben die evangelische Grundschule besucht. Sie wünscht sich, wie viele Eltern, dass die Kinder sich nach der vierten Klasse für eine evangelische Oberschule mit gleichem Konzept entscheiden können.

Ein ganz besonderes Schulkonzept

Das Konzept ist wohl die größte Besonderheit der evangelischen Grundschule. Es wird nach der sogenannten „Montessori-Pädagogik“ unterrichtet. Das bedeutet, Kinder unterschiedlicher Klassenstufen lernen in Gruppen gemeinsam. Viele Gruppenarbeiten werden von den Pädagogen zusätzlich unterstützt. Ein großer Vorteil ist die Entwicklung der sozialen Kompetenz, erklärt die Vorstandsvorsitzende. „Die Kinder haben ein ganz tolles Miteinander. Außerdem gehen sie gern zur Schule“, erzählt sie.

Das Konzept soll auch an der Oberschule fortgeführt werden. Pädagogen können einen zweijähriges „Montessori-Diplom“ absolvieren, doch das sei für eine Stelle an der evangelischen Oberschule keine Voraussetzung, sagt Monika Hochmuth-Alvarez: „Dennoch sollte die Bereitschaft für dieses Konzept da sein. Die Lehrer bekommen an dieser Schule die Möglichkeit, am Konzept mitzuarbeiten und es gemeinsam weiterzuentwickeln“. Die Idee ist, die Klassenstufen der Grund- und Oberschule zusammenzufassen. Das bedeutet, die Schüler der vierten bis sechsten Klassenstufe lernen gemeinsam, ebenso wie die Schüler der siebten bis neunten Stufe, und so weiter. Pro Jahrgang können 28 Schüler angenommen werden, Anmeldungen sind jetzt schon möglich. Monika Hochmuth-Alvarez gibt allerdings zu denken, dass die Kinder parallel auch an einer staatlichen Schule angemeldet werden müssen. So sieht es das Gesetz vor. Falls es an der Oberschule in freier Trägerschaft nicht klappt, muss ein anderer Schulplatz gesichert sein.

Am 26. August findet von 9.30 bis 12.30 Uhr ein Tag der offenen Tür im Schulzentrum statt. Eltern können sich dort genauer über das Konzept informieren und werden von den Kindern durch die Schule geführt. Um an der künftigen Oberschule angenommen zu werden, bedarf es keiner Konfession. „Die Eltern und Kinder sollten allerdings dafür offen sein, dass die Schule nach christlichen Werten geführt wird. Auch Gottesdienste und Andachten finden regelmäßig statt“, so Hochmuth-Alvarez.

Am 1. Dezember ist Stichtag für den Antrag bei der Sächsischen Bildungsagentur. Dann heißt es Warten. „Vor April oder Mai rechnen wir nicht mit einer Zulassung“, erklärt die ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende. Doch das größte Problem war der Standort und das ist nun gelöst. „Wir können ruhigen Gewissens starten“, freut sich die studierte Übersetzerin und Musikerin auf die kommenden Monate. Bis dahin ist noch einiges zu tun und der Verein freut sich jederzeit über Mithilfe.

www.ev-grundschule.de

Von Lisa-Marie Leuteritz

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