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Ein Fahrrad als Therapie

Nach Krebstherapie und trotz amputiertem Knie kann Justin wieder aufs Rad Ein Fahrrad als Therapie

Mit 14 Jahren erhielt Justin Radisch Ende 2015 die Diagnose Osteogenes Sarkom – Krebs. Der bösartige Knochentumor wurde im rechten Knies entdeckt. Schließlich musste dieses im Januar 2016 entfernt werden und die Angst, nie wieder Sport treiben zu können, wuchs.

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Die ganze Mannschaft rund um Justin (Mitte) hat die Anschaffung des Fahrrades ermöglicht. In zwei Jahren will er mit seinem Kumpel Remon Berg an der Regenbogenfahrt der Kinderkrebsstiftung teilnehmen, eine Mut-Mach-Fahrradtour für Betroffene.

Quelle: Lisa-Marie Leuteritz

Radebeul. Mit 14 Jahren erhielt Justin Radisch Ende 2015 die Diagnose Osteogenes Sarkom – Krebs. Der bösartige Knochentumor wurde im rechten Knies entdeckt. Schließlich musste dieses im Januar 2016 entfernt werden. „Es gab Wundheilungsstörungen und zwei weitere Operationen waren nötig. Während der Chemotherapie musste ich das Bein die ganze Zeit gerade halten. Auch dadurch ist es jetzt so eingeschränkt“, erklärt Justin.

Der mittlerweile 16-Jährige aus Niesky plagte sich neben der kräftezehrenden Therapie auch mit den Sorgen, nie wieder Sport treiben zu können. Diese Angst konnte ihm Andreas Führlich nehmen. Der Radebeuler kämpfte selbst vor 20 Jahren gegen die bösartige Tumorerkrankung. Inzwischen bestreitet der Familienvater jährlich eine große Fahrradtour. Das machte Justin Mut. Doch ein funktionstüchtiges Fahrrad fehlte. Ein Rad, angepasst an Justins Bedürfnisse, kostet im Schnitt 2 000 Euro. Allein das Modell. Hinzu kommen noch einmal etwa 200 Euro für die spezielle Anpassung. Doch der Verein Herzenswünsche e.V. konnte helfen. Kinderkrankenschwester Annett Grässler betreute Justin während der Therapiezeit und vertritt den Verein im Raum Dresden. Schnell waren die nötigen Fäden gesponnen und der Verein Herzenswünsche sicherte die finanzielle Unterstützung zu. Andreas Führlich baute den Kontakt zum Radebeuler Fahrradladen „Tretmühle“ auf und auch Mitarbeiter Matthias Winzer sicherte sofort Unterstützung zu. So konnte Justin sein neues Rad am 16. Mai in Empfang nehmen. Maximilian Richter, Produktberater für Mobilitätshilfen, baute das Rad so um, dass es der 16-Jährige fahren kann, obwohl er sein Knie nur 50 Grad beugen kann.

Motiviert will er nun regelmäßig trainieren und so seine Mobilität weiter verbessern. Maximilian Richter ist zuversichtlich. Wenn Justin fleißig fährt, kann sich die Beweglichkeit des Knies weiter verbessern und die Einstellung an der Pedale kann Stück für Stück angepasst werden. Radfahren mit körperlicher Behinderung ist also machbar und kann sogar eine Verbesserung bewirken.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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