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Ehefrau vor eigenem Sohn fast erstochen

Blutiger Streit in Meißen Ehefrau vor eigenem Sohn fast erstochen

Steffen P. soll im März 2016 seine Frau vor den Augen der gemeinsamen Kinder in Meißen niedergestochen haben. Nun steht er vor Gericht – und bemitleidet sich vor allem selbst.

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Quelle: dpa

Meißen/Dresden. „Das letzte Bild ist, wie mein kleiner Sohn auf der Couch steht, mir mit einem Messer droht und sagt, dass ich die Mama leben lassen soll“, erklärte gestern Steffen P. Viel mehr wisse er nicht. „Mir war nicht einmal bewusst, dass ich ein Messer in der Hand hatte, als ich mich auf sie geschmissen habe.“ Es ist unfassbar, sein Sohn und seine Tochter mussten mit ansehen, wie er ihre Mutter mit einem Messer attackiert und fast umgebracht hat und der Vater findet kein Wort der Entschuldigung oder Reue. Der 45-Jährige hat nur mit einem Menschen Mitleid, mit sich selbst, er badet fast darin. Steffen P. muss sich wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am 17. März vergangenen Jahres in seinem Haus in Meißen seine Ehefrau niedergestochen zu haben. Als sie ihm offerierte, dass sie sich scheiden lasse, rammte er der 40-Jährigen ein 30 Zentimeter langes Messer in den Bauch und würgte die Frau dann noch. Erst als er seinen Sohn bemerkte, verließ er das Haus, und stellte sich Stunden später der Polizei. Seine Tochter holte Hilfe bei einem benachbarten Arzt, der informierte Rettungskräfte und Polizei. Das Opfer wurde in die Klinik gebracht,eine Not-Operation rettete der schwer verletzten Frau das Leben.

Der Angeklagte räumte die Tat zwar gestern mehr oder weniger ein, erklärte aber, sich nicht genau erinnern zu können. Für die Tat fand er nur wenige Worte. Aus seinem Leben erzählte er dagegen ausführlich. Der 45-Jährige hat sich wohl immer irgendwie immer durchgemogelt und den weg des geringsten Widerstands gesucht. Die Lehrstelle hat er durch Beziehungen bekommen, dann stieg er in die Firma des Vaters ein, wurde, Geschäftsführer geworden und verdiente gutes Geld verdient. Lief es nicht wie geplant, waren und sind die anderen Schuld. Sein Bruder, der ihn aus der Firma gedrängt habe, seine Frau, die an der zerrütteten Ehe Schuld sei. Seine Sauferei habe damit nichts zu tun. Am Tattag hatte Steffen P. übrigens knapp drei Promille intus.

Er habe sich an jenem Tag mit ihr aussprechen wollen, da die Ehe nicht mehr lief und er annahm, dass sie einen Freund habe,erklärte er Angeklagte. Deshalb hatte er auch einen Strauß Rosen gekauft, den er symbolträchtig neben einem Schreckschussrevolver auf dem Küchentisch platzierte. Die Waffe habe er dahingelegt, weil die in den nächsten Tagen ein Arbeitskollege abholen wollte, begründete er die seltsame Tischdekoration.

Seine Frau habe ihm aber nicht zugehört, mit ihm gestritten, ihn als Versager und Säufer bezeichnet, er drohte mit Selbstmord. „Dann fing sie an meine Familie zu beleidigen. Bei meiner Mutter ging es noch, aber als sie anfing meinen Vater zu beleidigen, da wurde ich sauer.“ Steffen P. stach zu und schlitzte seine Frau regelrecht auf. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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