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Die meisten Besucher der Sächsischen Schweiz wollen wandern

Gästebefragung im Nationalpark Die meisten Besucher der Sächsischen Schweiz wollen wandern

Die Nationalparkverwaltung hat eine Befragung der Besuchern der Sächsischen Schweiz vornehmen lassen. Das Ergebnis wurde jetzt in Bad Schandau präsentiert.  Für mehr als die Hälfte aller Gäste, die in die Sächsische Schweiz kommen, spielt der Nationalpark bei ihrer Entscheidung für diesen Besuch eine wichtige oder gar entscheidende Rolle.

Das Basteigebiet ist ohne Zweifel einer der größten Besuchermagnete im Nationalpark Sächsische Schweiz.
 

Quelle: Bernd Lichtenberger

Bad Schandau.  Für mehr als die Hälfte aller Gäste, die in die Sächsische Schweiz kommen, spielt der Nationalpark bei ihrer Entscheidung für diesen Besuch eine wichtige oder gar entscheidende Rolle. Das ist eines der zahlreichen Ergebnisse einer von der Nationalparkverwaltung in Auftrag gegebenen Besucherbefragung, die am Mittwoch im Nationalparkzentrum in Bad Schandau der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Im Frühjahr und im Sommer hatten sechs Mitarbeiter des Leipziger Büros „Analyse & Transfer“ an insgesamt acht Tagen 367 Schweiz-Besucher jeweils 24 Fragen zu ihrer Herkunft, Haupterholungsart und Motivation gestellt, wollten von ihnen wissen, wie sie sich informieren, was sie vom Nationalpark und der Nationalparkverwaltung halten sowie ob sie bereit wären, zur Verkehrsentlastung beizutragen. Um ein möglichst breites Spektrum der Gäste zu erhalten, hatten sie sich dafür an der Bastei, an der Neumannmühle, in Hinterhermsdorf, am Lichtenhainer Wasserfall, im Zahnsgrund, in Schmilka und an der Brandbaude platziert.

Aber gerade beim Thema Verkehrsentlastung zeigt sich, dass zwischen einer Absichtserklärung und dem wahren Leben manchmal Welten liegen. Von den meisten Befragten wurde dem öffentlichen Personennahverkehr zwar ein gutes Zeugnis ausgesprochen. Dennoch kommen vier Fünftel der Gäste mit dem eigenen Auto in die Sächsische Schweiz. Die meisten besuchen das Elbsandsteingebirge, weil sie hier Natur erleben wollen – und das in den allermeisten Fällen wandernd. „Die Sächsische Schweiz punktet mit ihren vielfältigen Wandermöglichkeiten“, stellte denn auch Tobias Liebert, Geschäftsführer des Leipziger Büros fest, dass nicht zum ersten Mal in der Sächsischen Schweiz Besucher befragte. Schon 2001 hatte es zu ähnlichen Themen eine Kirnitzschtal-Studie mit 143 Interviews erarbeitet. Außerdem befragte es mehrfach Bewohner der Region über ihre Meinung zum Nationalpark.

Die Mehrzahl der 2017 Befragten stammt aus Sachsen oder den neuen Bundesländern, ein Fünftel aus der näheren Umgebung. Demzufolge hoch war auch die Zahl der erfassten „Stammgäste“. Knapp die Hälfte der Befragten waren zum ersten Mal da oder kommen in der Regel nur einmal im Jahr in die Sächsische Schweiz. Der Durchschnitt der Besucher ist älter als 50. „Das deckt sich mit dem Altersdurchschnitt der Bevölkerung“, wundert sich Liebert nicht. 76 kommen wegen des Naturerlebnisses, 67,2 Prozent suchen in der Felsenwelt Ruhe und Entspannung. Interessant ist es auch, auf welchem Wege sich die Sächsische-Schweiz-Besucher mit Informationen eindecken. Denn analog liegt noch immer vor digital: 86 Prozent der Besucher orientieren sich an Wegweisern und Informationstafeln. 76 Prozent nutzen Wanderkarten und Wanderführer. Nur 23 Prozent verlassen sich bisher auf ihr Smartphone oder ein GPS-Gerät. „Das mag allerdings auch dem Umstand geschuldet sein, dass man längst nicht überall in der Sächsischen Schweiz Internet-Zugang hat“, weiß Liebert aus eigener Erfahrung.

83 Prozent äußerten sich in den Interviews zufrieden mit der Beschilderung im Nationalpark. Kein Wunder, denn im ganzen Nationalpark gebe es 110 Informationstafeln und 1600 Wegweiser, davon allein 400 am Malerweg, so Pressesprecher Hanspeter Mayr. Dagegen spielen das Nationalparkzentrum in Bad Schandau (nur 28 Prozent) und die Nationalpark-Informationsstellen (nur 19 Prozent) bei den Gästen eine relativ geringe Rolle.

Die meisten Gäste akzeptieren das strenge Wegegebot in der Kernzone des Nationalparks. Aber acht Prozent der Befragten empfinden es doch als übertrieben, ebenso wie die strengen Boofen-Regeln. „Insgesamt ist der Zufriedenheitsgrad aber hoch. Neun von zehn Befragten liegt der Naturschutz am Herzen“, betonte Liebert. Dennoch sieht er zahlreiche Ansätze für die Nationalparkverwaltung, die Akzeptanz des Nationalparks weiter zu erhöhen.

„Die Ergebnisse dieser Studie geben uns erstmalig ein so differenziertes Bild unser Besucher“, erklärt Dietrich Butter, Leiter der Nationalparkverwaltung. „Ihre Meinung ist uns Bestätigung bei unseren Bemühungen um einen Ausgleich zwischen Naturschutz im Nationalpark einerseits und das Ermöglichen des Naturerlebnisses andererseits. Außerdem ist sie für uns Grundlage für die gezielte Weiterentwicklung der Besucherinformation und -betreuung“, so Butter.

Die Studie ist vollständig auf der Homepage der Nationalparkverwaltung unter www.nationalpark-saechsische-schweiz.de zu finden.

Von Bernd Lichtenberger

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