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Benno in Meißen: Ausstellung zu Sachsens erstem Heiligen

Albrechtsburg Benno in Meißen: Ausstellung zu Sachsens erstem Heiligen

Schutzpatron, Glaubensbote, Friedensstifter – 500 Jahre nach Beginn der Reformation wird auf der Meißner Albrechtsburg Sachsens erster Heiliger beleuchtet. Die erste große bundesweite Schau über Leben, Wirken und Verehrung des Bischofs Benno von Meißen heißt „Ein Schatz nicht von Gold“

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Meißens Albrechtsburg steht bis November im Zeichen von Bischof Benno.

Quelle: dpa

Meißen. Schutzpatron, Glaubensbote, Friedensstifter – 500 Jahre nach Beginn der Reformation wird auf der Meißner Albrechtsburg Sachsens erster Heiliger beleuchtet. Die erste große bundesweite Schau über Leben, Wirken und Verehrung des Bischofs Benno von Meißen heißt „Ein Schatz nicht von Gold“ (12. Mai bis zum 5. November). „Seine Amtszeit 1066 bis etwa 1106 reicht weit ins Mittelalter“, sagt Kuratorin Claudia Kunde. Benno ist Schutzpatron des Bistums Dresden-Meißen, der Fischer und Tuchmacher, zudem Apostel der slawischen Sorben.

Rund 200 Exponate aus dem In- und Ausland zeichnen den Weg des Mönchs in Europa nach, der zu Lebzeiten vor allem als Missionar galt und während des Investiturstreits um die Amtseinsetzung von Geistlichen ein Friedensstifter war. „Es geht nicht darum zu zeigen, wie bedeutend und groß Benno ist“, erklärt Kunde, eine Kunsthistorikerin. Thema sei die kultische Heiligenverehrung: „Was ist ein Heiliger? Was kann heilig sein? Und welche Werte verbinden sich damit für eine nicht christliche Gesellschaft?“

Benno wurde um 1010 oder 1020 nahe dem niedersächsischen Hildesheim geboren. Über seine frühen Jahre ist nichts Genaues überliefert. 1031 wird er Mönch, 1041 zum Priester geweiht. 1066 erhielt er die Berufung zum Bischof des Bistums Meißen, was er 40 Jahre lang blieb – mit einer Unterbrechung: Der zur Treue gegenüber Heinrich IV. verpflichtete Reichsbischof hatte sich dem königlichen Heeresaufgebot gegen die aufständischen Sachsen 1073 und 1075 verweigert.

Laut seinem Biograf soll Benno nach der Absetzung auf der Mainzer Synode 1085 den Dom abgeschlossen und den Schlüssel in die Elbe geworfen haben. Als er drei Jahre später wieder eingesetzt wurde, fand er den Schlüssel der Legende nach bei der Rast in einem frischgefangenen Fisch. Es ist eines der in Büchern dokumentierten „Benno-Wunder“, die auf Betreiben Herzog Georgs des Bärtigen von Sachsen zur Heiligsprechung 1523 durch Papst Hadrian VI. führten. In den Wirren der Reformation und Gegenreformation löste das eine Kontroverse aus. Martin Luther wetterte 1524 in seiner Flugschrift „Wider den Abgott und Teufel, der zu Meißen erhoben werden soll“ gegen die geplante Erhebungsfeier von Bennos Reliquien. An Bennos einstiger Wirkungsstätte in Meißen gibt es keine Zeugnisse, auch der Dom ist ein Folgebauwerk. Aber die Albrechtsburg, wo Bennos Erhebungsfeier stattfand, gilt als wichtiger authentischer Ort.

Von dpa

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