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Aufruf: Burg Hohnstein soll in öffentlichem Besitz bleiben

Forderung Aufruf: Burg Hohnstein soll in öffentlichem Besitz bleiben

Aus Sorge um die Zukunft der Burg Hohnstein haben über 40 Wissenschaftler, Hochschullehrer, Vertreter aus Kultur und Gesellschaft sowie Initiativen, Vereine und Parteien einen öffentlichen Aufruf gestartet. Sie fordern eine öffentliche Nutzung sowie den Erhalt der Anlage als Erinnerungs- und Gedenkort.

 
 

Quelle: Archiv

Hohnstein.  Zur Zukunft der Burg Hohnstein haben rund 40 Personen und Initiativen einen Aufruf gestartet. „Um einen langfristigen öffentlichen Zugang zu gewährleisten, muss die Burg im öffentlichen Besitz bleiben“, lautet eine Forderung der Unterzeichner. Unter ihnen sind Historiker, Hochschullehrer, Vertreter aus Politik, Kultur und Gesellschaft, Angehörige ehemaliger Häftlinge des KZ Hohnstein sowie Bernd Arnold, Bergsportlegende und Ehrenbürger der Burgstadt, und Bürgermeister Daniel Brade (SPD).

Der jetzige Betreiber hat zum Ende der diesjährigen Saison den Pachtvertrag für die Häuser 2 bis 10 mit dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gekündigt. Damit die Kreisverwaltung einen neuen Nutzer finden kann, bemüht sie sich auch um die Rückführung der Familienbeherbergungsstätte im Haus 1 in Kreisbesitz. Wenn der Kreis wieder die vollständige Verfügungsgewalt über die Burganlage hat, will sie einen Nachnutzer suchen.

Die Unterzeichner befürchten, dass dies „höchstwahrscheinlich den Verkauf bedeutet“. Denn eins ist Fakt: in den zurückliegenden Jahren ist ein Investitionsstau zwischen zwölf bis 20 Millionen Euro aufgelaufen. Zur Sicherung des Betriebes müssten für dringende Fassaden- und Dachreparaturen sowie für den Brandschutz über zwei Millionen Euro aufgebracht werden. Dieses Geld hat der klamme Landkreis nicht. „Wir sind nicht in der Lage in den nächsten Jahren in die Burg Hohnstein zu investieren“, sagte Vize-Landrat Heiko Weigel (CDU) auf der jüngsten Kreistagssitzung.

Die Initiatoren des Aufrufs machen auf die jüngere Geschichte der rund 700 Jahre alten Burg aufmerksam. So zählte die Anlage „unter der Leitung von Konrad Hahnewald zwischen 1924 und 1933 zu einer der größten und schönsten Jugendherbergen Deutschlands. Zugleich wurde sie in dieser Zeit als Jugendburg ein Zentrum der demokratischen Jugendbegegnung und ein Ort des internationalen Austauschs“. Diese Entwicklung wurde nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten jäh beendet. SA-Schergen richteten vom März 1933 bis September 1934 ein sogenanntes „Schutzhaftlager“ ein. „Burg Hohnstein zählte nicht nur zu den reichsweit ersten, sondern neben Sachsenburg bei Frankenberg auch zu den größten Konzentrationslagern in Sachsen“, erinnern die Unterzeichner. Sie monieren, dass in den beiden zurückliegenden Jahrzehnten Erinnerungszeichen und Informationstafeln verschwanden.

„Grundsätzlich muss die Burg Hohnstein ein würdiger Ort des Lernens und der Erinnerung werden“, lautet eine weitere Forderung des Aufrufes. Insbesondere durch die Geschichte der Burganlage sehen die Unterzeichnenden die sächsische Landesregierung in der Pflicht.

Von Silvio Kuhnert

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