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Abwasserstreit in Cunnersdorf

Höchster Kubikmeterpreis in Deutschland Abwasserstreit in Cunnersdorf

Und das Abwasser sorgt in Cunnerdorf seit Jahren für Gesprächsstoff, zahlen die Anwohner doch mit 5,85 Euro pro Kubikmeter mit die höchsten Gebühren deutschlandweit für die Entsorgung.

An der Kläranlage in Cunnersdorf: Landtagsabgeordnete Franziska Schubert, Edelgard Heinig, Wolf-Thomas Hendrich und Ortschaftsrat Wolfgang Trepte (v.l.).

Quelle: Silvio Kuhnert

Gohrisch. Auf dem ersten Blick könnte man es für eine kleine Wanderhütte oder Gartenlaube halten – das kleine Holzhäuschen am Cunnersdorfer Bach. Das Betreten des umzäunten Grundstücks vor dem Gohrischer Ortsteil Cunnersdorf ist jedoch verboten. Wer dennoch durch das sonst verschlossene Tor treten darf, riecht bald schnell, was sich im Holzhaus und darunter versteckt. Es ist die Kläranlage der beschaulichen Ortschaft in der Sächsischen Schweiz. Und das Abwasser sorgt seit Jahren für Gesprächsstoff, zahlen die Cunnersdorfer doch mit 5,85 Euro pro Kubikmeter mit die höchsten Gebühren deutschlandweit für die Entsorgung.

Bereits im Jahr 2014 hat sich Edelgard Heinig, Mitbegründerin einer Bürgerinitiative (BI), mit einer Petition mit dem Ziel einer Senkung der hohen Abwassergebühren an den sächsischen Landtag gewandt. Am Dienstag kam nun eine Runde von reichlich 20 Leuten auf dem Gelände zusammen. Unter der Leitung der Berichterstatterin des Petitionsausschusses, Landtagsabgeordnete Franziska Schubert (Grüne), kamen Ausschussmitglied Gunter Wild (AfD) Vertreter der BI, Gemeinderäte, der Bürgermeister Heiko Eggert (parteilos), Vertreter des Landratsamtes, der zuständige Betreiber der Kläranlage, Niederlassungsleiter Wolf-Thomas Hendrich von der Oewa GmbH, sowie eine Abordnung aus der Landesdirektion Sachsen und des Rechnungsprüfungsamtes zusammen. „Wir wollen, dass das Petitionsverfahren einen guten Abschluss findet und die Gemeinde zu einem Frieden kommt“, sagte die Grünen-Politikerin Schubert vor Ort.

Bei den Abwassergebühren ist seit Anfang der 1990er Jahre etliches schief gelaufen. 1991 wurde die Kläranlage errichtet und danach die Grundstücke angeschlossen. Jedoch einen Anschlussgebührenbescheid haben nicht alle Cunnersdorfer erhalten. Einige mussten zahlen, andere nicht. Die Folge war ein Fehlbetrag bei der Betriebsführung. Zudem fiel jedes Jahr ein Minus bei den Betriebskosten an, sodass der Arbeitspreis von anfangs 3,15 DM auf 5,85 Euro pro Kubikmeter stieg. Hinzukommt eine Grundgebühr von 44 Euro im Jahr. „Das ist viel zu hoch“, moniert die Bürgerinitiative.

Seit Anfang 2015 hat die Cunnersdorfer Kläranlage einen neuen Betreiber. Nachdem der vorherige, die WAAS GmbH den Vertrag mit der Kommune gekündigte hatte, erhielt die Oewa GmbH nach einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag. „Wir hatten das günstigste Angebot eingereicht“, sagte der für Cunnersdorf zuständige Niederlassungsleiter Wolf-Thomas Hendrich. Und nach der Betriebsübernahme stellte sich schnell heraus, dass die Kläranlage ein großes Sorgenkind im Unternehmen ist. Probleme bereitet weniger die Dimensionierung – sie ist nicht zu groß für die Ortschaft –, sondern vielmehr der technische Stand. Alles stammt noch von Anfang der 1990er Jahre. Von einem Investitionsbedarf von rund 200 000 Euro ist die Rede. Dies, ein erwarteter Rückgang der Einwohnerzahl sowie der Wegzug der Landbäckerei Schmidt, eines großen Abwassereinleiters, lässt nach der Neukalkulation der Oewa die Gebühren zwar etwas unter fünf Euro pro Kubikmeter sinken. Der Arbeitspreis liegt aber immer noch deutlich über vier Euro.

Da die Cunnersdorfer nach dem Skandal um die Anschlussgebühren gebrannte Kinder sind, hegen sie Zweifel an der vor mehr als einem Jahr vorgelegten Gebührenkalkulation. Bisher gibt es keine Einigung. Der Petitionsausschuss versucht zu schlichten.

Von Silvio Kuhnert

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