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Polizeiticker Kokain in Skateboard-Rollen – größter Fund in Leipzig seit Jahren
Region Polizeiticker Kokain in Skateboard-Rollen – größter Fund in Leipzig seit Jahren
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15:13 08.03.2019
Das Kokain war verpackt in hunderten Skateboard-Rollen. Quelle: Zollfahndungsamt Dresden
Leipzig

Als Ermittler die Skateboard-Rollen aufbohrten, rieselte ihnen weißes Pulver entgegen: Dem Zoll ist am Flughafen Leipzig/Halle einer der größten Drogenfunde der letzten Jahre gelungen. Insgesamt 24 Kilogramm Kokain im Schwarzmarktwert von 1,8 Millionen Euro fanden sie bei der Überprüfung von Paketen, die über den DHL-Hub in Leipzig und über den Flughafen Frankfurt/Main umgeschlagen werden sollten. Das Pulver war in mehreren hundert Rädern für Skateboards versteckt.

Wie das Zollfahndungsamt Dresden am Freitag mitteilte, sollten die Lieferungen von Argentinien nach Spanien verschickt werden. Insgesamt fünf Verdächtige konnten die Behörden in beiden Ländern festnehmen und damit vermutlich einen internationalen Drogenring zerschlagen. In Buenos Aires habe die Bande eine Werkstatthalle betrieben, in der das Kokain in den Kautschukrollen verpackt worden sei, sagte Zoll-Sprecher Frank Schröter der LVZ. Die Pakete sollten offenbar den Anschein einer größeren Ersatzteillieferung erwecken. „Die Rollen waren schwarz und weiß, es waren auch bunte dabei“, schilderte Schröter.

Ermittler verschickten „kontrollierte Lieferungen“

Drei Männer und eine Frau wurden von der argentinischen Bundespolizei verhaftet. Die Zöllner hatten dafür eines der Pakete als sogenannte „kontrollierte Lieferung“ zurück in das südamerikanische Land verschickt. Auch der mutmaßliche Empfänger der Drogenlieferung in Spanien wurde nahe Barcelona festgenommen. Zuvor hatten Beamte des Zollfahndungsamtes Dresden zwei der Pakete persönlich nach Spanien gebracht und den dortigen Behörden übergeben.

In den Rollen war das Kokain in durchsichtigen Plastikhüllen verpackt. Quelle: Zollfahndungsamt Dresden

Die Drogen waren bereits Ende Dezember an den Flughäfen entdeckt worden. Zwei der Sendungen wurden in Leipzig umgeschlagen, eines in Frankfurt/Main. Aufgrund der auffälligen Röntgenbilder von 200 der etwa 500 Skateboard-Rollen seien diese stichprobenweise angebohrt worden, schilderte Zollsprecher Schröter. „Man hat gesehen, dass unter dem schwarzen Kautschukmantel Sachen waren, die dort nicht hingehören.“ In den Rollen sei das Kokain in durchsichtigen Plastikhüllen verpackt gewesen.

Bislang größter Drogenfund 2019 in Leipzig

Für die Zöllner in Leipzig war es der bislang umfangreichste Rauschgiftfund des Jahres. Die größeren sichergestellten Mengen hätten in den letzten Jahren bei drei bis fünf Kilo gelegen, meist handelte es sich um Kokain, so Schröter. „Ein solcher Fund ist schon außergewöhnlich“, konstatierte der Zollsprecher. Dass auch die Absender der Drogenlieferung dingfest gemacht werden konnten, sei zudem äußerst selten.

Von Robert Nößler

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