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Polizeiticker Zeugensuche: Unbekannte blenden Lokführer in Freital
Region Polizeiticker Zeugensuche: Unbekannte blenden Lokführer in Freital
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13:08 04.05.2018
Blaulicht (Symbolfoto). Quelle: Archiv
Freital

Unbekannte haben in der Nacht zu Freitag nahe der Stadtgrenze von Dresden zu Freital eine gefährliche Laserattacke auf einen Lokführer verübt. Wie die Bundespolizei am Freitag mitteilte, blendeten sie den 47-jährigen Mann, der am Steuer einer Regionalbahn von Dresden nach Chemnitz saß, gegen 23 Uhr aus einem Gebüsch heraus kurz vorm Haltepunkt Freital-Potschappel mit einem Starklaser. Dabei sei der komplette Führerstand ausgeleuchtet worden. Der Lokführer konnte gerade noch rechtzeitig die Augen schließen, bevor der Strahl ihn traf. Trotz sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen, bei der auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz kam, stellten die Beamten keinen Verdächtigen fest.

Eine Attacke mit einem Laserpointer sei der Bundespolizei zufolge kein Kavaliersdelikt, sondern könne schwerwiegende Folgen haben. Beim Auftreffen eines Laserstrahls auf das menschliche Auge kommt es immer zu einer verminderten Reaktionsfähigkeit sowie zu einer vorübergehenden Einschränkung des Sehvermögens. Ab einer bestimmten Laserklasse könne das menschliche Auge nicht einmal mehr durch Lidschluss geschützt werden. In allen Fällen könne es zu einer dauerhaften Schädigung der Augen kommen.

Die Bundespolizei ermittelt wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und gefährlicher Körperverletzung. Bei gefährlichen Eingriffen in den Bahnverkehr sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten, im Höchstfall sogar zehn Jahren vor. Wenn durch die Tat eine schwere Gesundheitsschädigung eines anderen Menschen oder eine Gesundheitsschädigung einer großen Zahl von Menschen verursacht wird, handele es sich sogar um einen Verbrechenstatbestand, bei der die Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr beträgt. In der Vergangenheit kam es auch schon mehrfach dazu, dass in der Umgebung des Flughafens in Klotzsche die Piloten von Verkehrsflugzeugen absichtlich mit Laserpointern geblendet wurden.

Nun suchen die Beamten Zeugen des Vorfalls. Sie fragen, wer zum fraglichen Zeitpunkt im Bereich des Haltepunktes war und etwas beobachtet hat. Die Polizei interessiert sich vor allem für Hinweise zu Personen, die im Umfeld einen solchen Laserpointer dabeihatten oder anderweitig benutzten. Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0351/81 50 20 bei der Bundespolizei Dresden zu melden.

Von Stefan Schramm

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