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Polizeiticker Vor AfD-Parteitag: Anschlag auf Tagungslokal
Region Polizeiticker Vor AfD-Parteitag: Anschlag auf Tagungslokal
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09:50 10.11.2018
Die Polizei ermittelt nach dem Anschlag auf das Tagungslokal. Quelle: Privat
Leipzig

Massiver Anschlag vor dem Kreisparteitag der Leipziger AfD an diesem Wochenende: Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag den Gasthof „Zur Ratte“ in der Erikenstraße in Hartmannsdorf-Knautnaundorf angegriffen. Wie die Polizei auf Anfrage der LVZ mitteilte, zerschlugen die Täter mehrere Fensterscheiben zum Restaurant und Vereinszimmer. Anschließend drangen sie gewaltsam in das Lokal ein. „Die haben alles zerstört“, so Wirt Uwe Schneider, „überall wurde Teerfarbe verteilt, sämtliche Möbel und der Fußboden auf rund 100 Quadratmetern sind hinüber.“ Er schätzt den Schaden auf rund 50 000 Euro. „Ich bin wirklich fassungslos“, so der Gastronom am Freitag gegenüber der LVZ, „in was für einem Land leben wir eigentlich?“ Zumindest einige Bereiche des Lokals müssen vorläufig geschlossen bleiben.

Dabei hatte die AfD den Tagungsort wohlweislich geheim gehalten, wie Stadtrat Christian Kriegel erklärte. „Wir haben das nicht kommuniziert, weil wir wissen, dass die Gastronomen damit in Gefahr gebracht werden. Dennoch ist das an die linksextreme Szene durchgesickert.“

Auf dem linken Szeneportal Indymedia tauchte ein Bekennerschreiben auf. Darin wird die Attacke auf das Lokal allen Ernstes als „kämpferischen Beitrag für ein aktives Gedenken an die Verbrechen des Faschismus“ bezeichnet. Seit 2016 fänden in der Gaststätte Veranstaltungen der AfD statt, aus Sicht der Antifa stehe das Lokal damit „knietief im rechten Sumpf“. Stadtrat Kriegel wird in dem Indymedia-Schreiben persönlich als „Rassist“ tituliert, da er „gegen Flüchtlingslawinen und Willkommenseuphorie hetzt“. Der Kommunalpolitiker hat mittlerweile für sich um Polizeischutz ersucht, wie er sagte.

Wegen das Anschlags hat inzwischen der polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. „Wir gehen von einer politisch motivierten Tat aus“, sagte Behördensprecher Uwe Voigt. „Das Bekennerschreiben wird geprüft.“

Von Frank Döring

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