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Polizeiticker Nach Fund von Babyleiche: Spur führt in Dachgeschosswohnung
Region Polizeiticker Nach Fund von Babyleiche: Spur führt in Dachgeschosswohnung
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14:30 23.02.2018
Kriminaltechniker sichern Spuren an einer Mülltonne im Hinterhof des Wohnhauses im Leipziger Waldstraßenviertel. Hier soll die Babyleiche gefunden worden sein. Quelle: André Kempner
Leipzig

„Das ist so erschreckend“, sagt eine Anwohnerin aus dem Waldstraßenviertel. „Als ich heute Morgen mit dem Fahrrad zur Arbeit wollte, hatte die Polizei in unserem Innenhof schon alles abgesperrt“, berichtet die 37-jährige Angestellte, die mit ihrer Familie in einem fünfstöckigen Mehrfamilienhaus in der Jacobstraße unweit des Naturkundemuseums wohnt.

Am Donnerstag gegen 8.15 Uhr machte dort ein anderer Bewohner in einem Abfallbehälter eine grausige Entdeckung: In einer 1100 Liter fassenden Tonne lag der Körper eines toten Babys. Polizei und Rettungskräfte rückten daraufhin mit einem Großaufgebot an. Ermittler der Mordkommission übernahmen den Fall. Auch ein Rechtsmediziner war vor Ort.

Leichenfund im Waldstraßenviertel

Das tote Baby, das am Vormittag im Waldstraßenviertel gefunden wurde, soll in einer Mülltonne gelegen haben. - Unser Text: http://go.lvz.de/3lm

Gepostet von LVZ Leipziger Volkszeitung am Donnerstag, 22. Februar 2018

Staatsanwaltschaft beantragt Obduktion

Beamte sperrten den Zugang von der Jacobstraße in den Innenhof des Wohnhauses im Zentrum-Nordwest ab. Mehrere Polizisten sicherten den Fundort der Leiche ab, Kriminaltechniker in ihren weißen Anzügen untersuchten den grünen Abfallbehälter für Restmüll im Innenhof auf Spuren. Gegen 11.30 Uhr holte ein Leichenwagen das tote Kleinstkind ab und brachte es in die Rechtsmedizin. „Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion beantragt und einen Sachverständigen mit der Erstellung eines rechtsmedizinischen Gutachtens beauftragt“, teilte die Anklagebehörde am Nachmittag mit.

Einer der Hauptpunkte der Untersuchung: Kam der Säugling tot auf die Welt, wurde er umgebracht, oder liegt ein tragischer Unglücksfall vor? Weil diese Fragen noch nicht geklärt sind, wollten sich Polizei und Staatsanwaltschaft gestern noch nicht dazu äußern, ob sie wegen eines Tötungsdeliktes ermitteln.

Anwohnerin entsetzt

„Gruselig. Ich kann als Mama nicht nachvollziehen, dass man ein Kind einfach wegschmeißt“, so die 37-jährige Anwohnerin, selbst Mutter von zwei Kindern. „Beide haben Ferien und ja heute hier im Haus den Polizeieinsatz mitbekommen.“ Auf den Innenhof und an die Tonnen könne ein Fremder ja auch von außerhalb gelangen, mutmaßt die Frau. Niemandem im Haus würde sie „so etwas“ zutrauen. Aber nicht alle Bewohner würden sich untereinander gut kennen. „Wer so einen Fund macht, bekommt die Bilder wohl nie mehr aus dem Kopf“, meint die zweifache Mutter.

Am Nachmittag hat die Polizei eine Wohnungstür im Dachgeschoss des fünfgeschossigen Gebäudes durch ein amtliches Polizeisiegel gesichert. Nach LVZ-Informationen lebt dort erst seit wenigen Monaten ein junges Pärchen. Zu seinem Aufenthaltsort machten die Ermittler keine Angaben. „Die Ermittlungen zur Aufklärung der Umstände und Hintergründe werden mit Hochdruck und in alle Richtungen geführt“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Sabine Kreuz und Mathias Roth

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