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Polizeiticker Tod eines 27-Jährigen in Struppen: Rechtsmediziner sollen Leichnam obduzieren
Region Polizeiticker Tod eines 27-Jährigen in Struppen: Rechtsmediziner sollen Leichnam obduzieren
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11:34 24.11.2018
Polizeieinsatz in Struppen: In einem Haus am Lilienring wurde die Leiche eines 27-Jährigen gefunden. Quelle: Marko Förster
Struppen

Die Umstände um den mysteriösen Tod eines 27-Jährigen in einem Mehrfamilienhaus in Struppen-Siedlung und das Stunden zuvor ausgebrochene Feuer in der Pirnaer Garage des Verstorbenen – beides geschehen am Dienstag dieser Woche - geben den Ermittlern weiterhin Rätsel auf. Die Ermittler wollen herausfinden, was hinter dem Drama steckt und was er mit den Chemikalien und Waffen eigentlich vorhatte. Etliche Fragen sind offen. Hat der junge Mann wirklich vorgehabt, seine Wohnung in die Luft zu jagen? Wollte er auch andere Menschen gefährden? Bis jetzt deutet vieles auf einen Suizid des gebürtigen Pirnaers und auf Brandstiftung hin. Endgültig sicher sei das aber noch nicht. Denn auch ein Unglücksfall könne nicht ausgeschlossen werden, heißt es aus Ermittlerkreisen.

Schwerter, eine Armbrust, Luftdruckwaffen

Um zweifelsfrei die Todesursache des Mannes zu ermitteln, sollen Gerichtsmediziner den Leichnam obduzieren. Dabei soll auch bestimmt werden, zu welchem Zeitpunkt der Mann zu Tode kam. Klärt werden soll auch, ob er an der einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben ist oder ob er schon vorher tot war. Außerdem müssten noch die in der Wohnung gesicherten Spuren und die sichergestellten, offenbar präparierten Geräte und Chemikalien ausgewertet und geklärt werden, welche Folgen diese bei einer Reaktion verursachen hätten können. In den Räumen wurden neben Schwertern bzw. Säbeln und eine Armbrust auch Schusswaffen gefunden. Bei letzten soll es sich laut neusten Erkenntnissen der Ermittler allerdings um Schreckschuss- bzw. Luftdruckwaffen gehandelt haben.

An der ausgebrannten Garage des Motorradfreundes hatten Brandursachenermittler bereits am Morgen nach dem Feuer im Garagenhof „Am Kohlberg“ Spuren gesichert. Dort war früh 2.40 Uhr mindestens ein Motorrad in Flammen aufgegangen. Aber auch eine Gasflasche, Büromobiliar sowie diverse Werkzeuge lagen in den Trümmern. Der vordere Teil des Garagendaches war nach der Hitzeeinwirkung eingestürzt. Betonbalken sind herunter gestürzt.

Die Mutter des Verstorbenen hatte nachdem sie ihren Sohn, mit dem sie sich an diesem Tag laut Bekannten noch getroffen hatte, am Abend nicht mehr erreicht, sich deshalb Sorgen gemacht und hilflos in seiner Wohnung unter dem Dach vermutet, und rief die Polizei. Die eilte am Dienstag, gegen 18.35 Uhr, dorthin. Als niemand öffnete, wurde die Feuerwehr gerufen, um die Tür zu öffnen und der Rettungsdienst für die medizinische Versorgung angefordert. Als die Wohnungstür aufgesägt war, standen die Rettungskräfte vor Hindernissen. Möbel versperrten den Weg. Als sie weiter in die Räume gelangen wollten, schlugen die Gaswarngeräte an. Die signalisierten eine lebensgefährliche Konzentration von giftigem Kohlenmonoxid.

Nachbarn reagieren geschockt

Um sich nicht selbst zu gefährden, zogen sich die Rettungskräfte sofort zurück, schalteten auf dem Rückweg den Strom ab. Das Mietshaus wurde evakuiert. Feuerwehrleute rüsteten sich mit Atemschutzgeräten aus und gingen in die Wohnung. Dort konnten sie ein Fenster öffnen und entdeckten zugleich eine Ansammlung von Waffen und diverse Chemikalien, Grillanzünder, der verteilt worden war, und Elektrogeräten mit Drähten, auch eine Gasflasche. Es hätte nach Benzin gerochen. Eine Situation, die den Rettungskräften gefährlich erschien. Die Polizei forderte das SEK an. Nach dem die Beamten die Wohnung unter dem Dach gestürmt hatten, konnte die Polizei Entwarnung gegeben. Als die Rettungskräfte nach dem SEK-Einsatz ungehindert zu dem Bewohner gelangen konnten, war der Mann bereits tot. Offenbar hatte der junge Mann die Säure so gemischt, dass sich Giftgas entwickelt hatte. Experten für Unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtungen (USBV) wurden hinzugezogen.

Leiche in Struppen entdeckt

Nachbarn reagierten nach dem Drama in ihrer Siedlung erschrocken. Es war ein netter Mann, sagen sie. Er hätte immer herzlich gegrüßt und hätte eine Freundin gehabt. Anwohner hätten nicht damit gerechnet, dass der junge Mann auf so eine tragische Weise zu Tode kommt. Der 27-Jährige war seit mehreren Jahren Tanzlehrer in Pirna. Auch dort sei er stets freundlich gewesen, berichten Leute, die bei ihm Unterricht hatten. Im Sommer hatte er für viele überraschend seinen Job gekündigt. Enge Freunde berichten, dass er in jüngster Zeit Beziehungsprobleme gehabt haben soll.

Von Daniel Förster

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