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Sturmtief „Herwart“: Zweiter Sachse nach Bootsausflug gestorben

Auf Peenestrom gekentert Sturmtief „Herwart“: Zweiter Sachse nach Bootsausflug gestorben

Der Sturm "Herwart" hat mindestens ein weiteres Todesopfer gefordert: Am Montagmorgen starb ein 56-jähriger Urlauber aus Sachsen. Er war mit dem Boot an der Ostsee gekentert. Eine Frau starb bereits gestern, ein Mann wird noch vermisst.

Ein Mann wird nach dem Bootsunglück noch vermisst, zwei weitere Menschen starben im Krankenhaus. (Archivbild)

Quelle: dpa

Wolgast. Der Herbststurm „Herwart“ hat mindestens zwei Bootsausflüglern aus Sachsen das Leben gekostet - nach dem Dritten wird noch im Wasser gesucht. Ein 56-Jähriger, der gemeinsam mit zwei Begleitern auf dem Peenestrom in Mecklenburg-Vorpommern gekentert war, sei in der Nacht zum Montag im Krankenhaus gestorben, sagte ein Polizeisprecher am frühen Montagmorgen.

Der Mann war mit einer 48-jährigen Frau und einem 48-jährigen Mann unterwegs. Alle Drei kamen aus der Region Chemnitz. Die Frau starb bereits am Abend im Krankenhaus. Der andere Mann wurde am Montagmorgen noch vermisst. Eine Schlauchbootbesatzung mit Sonargerät sucht nach ihm, wie ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Montag sagte.

Die Drei waren bei Wolgast (Kreis Vorpommern-Greifswald) trotz Sturmwarnung auf den aufgewühlten Peenestrom hinausgefahren. Zeugen bemerkten das treibende Motorboot am Nachmittag und riefen Hilfe. In Niedersachsen war zuvor ein Camper ertrunken, der vom Hochwasser der Sturmflut eingeschlossen wurde.

Retter hattten den 56 Jahre alten Mann und die 48 Jahre alte Frau ohne Bewusstsein und mit starken Unterkühlungen noch aus dem Peenestrom geholt und wiederbelebt.

Der Ausflug mit dem sechs Meter langen Boot mit Außenbordmotor sei angesichts der starken Strömung und des Windes sehr leichtsinnig gewesen, erklärte der Sprecher. Das kleine Boot gehörte dem älteren Mann und war im etwa drei Kilometer entfernten Zecherin gestartet.

Der Peenestrom verbindet den Fluss Peene und das Achterwasser der Insel Usedom mit der Ostsee. Bei starkem Nordwind treiben Stürme das Ostseewasser aufgrund des geringen Gefälles in den Peenestrom hinein.

Das Sturmtief hat in Sachsen zahlreiche Schäden verursacht und zu Ausfällen bei der Bahn geführt. Der Fernverkehr zwischen Berlin und Dresden wurde inzwischen wieder aufgenommen, teilte die Bahn am Montagmorgen mit.

Einige Gleise waren durch umgestürzte Bäume blockiert. Die Feuerwehr musste nach eigenen Angaben zu mehr als 1000 wetterbedingten Einsätzen in Dresden sowie den Landkreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen ausrücken. Dies sei sechsmal mehr als normal.

dpa

Wolgast 54.049602 13.766559
Wolgast
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