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Polizeiticker Sachsen: Fremdenfeinde zeichnen an Bahnhöfen Umrisse von Leichen
Region Polizeiticker Sachsen: Fremdenfeinde zeichnen an Bahnhöfen Umrisse von Leichen
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17:40 25.07.2016
Die Zeichnungen im Bahnhof von Heidenau.   Quelle: Bundespolizei Pirna
Heidenau

Wie die Bundespolizeidirektion Berggießhübel am Montag mitteilte, hatten Unbekannte vermutlich in der Nacht zum Sonntag an den Bahnhöfen in Heidenau, Heidenau-Süd, Königstein und Großzschachwitz mit Kreide die Umrisse liegender Menschen gezeichnet und eine zähflüssige Substanz verspritzt, die Blut darstellen sollte. Daneben wurden Zettel mit der Aufschrift „Migration tötet“ gefunden. Die Bundespolizei sicherte Spuren und übergab den Fall an den Staatsschutz, der für politisch motivierte Taten zuständig ist.

Nach den Anschlägen der vergangenen Tage hat die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoguz, vor Stimmungsmache gegen Asylsuchende gewarnt. „Migration pauschal als Ursache für Taten zu erklären, vondenen wir noch nicht einmal wissen, welches Motiv und welchenHintergrund sie haben, ist mehr als absurd“, sagte Özogus am Montag in Berlin. „Die Vorfälle in Sachsen sind wirklich der Gipfel der Geschmacklosigkeit. Auch die Opfer der Ereignisse der vergangenen Tage werden verunglimpft. Das ist respektlos gegenüber den Angehörigen und eine bewusste Panikmache, die wir nicht zulassen dürfen“, erklärte Özoguz. Es sei gut, dass der Staatsschutz den Fall übernommen habe. Sie hoffe nun auf zügige Aufklärung.

Bereits am 17. Juli waren an den beiden Heidenauer Bahnhöfen und am Bahnhof Dresden-Zschachwitz arabische Schriftzüge mit der Aufforderung zur Rückkehr in die Heimat versprüht worden. Die Polizei prüft, ob es einen Zusammenhang mit den aktuellen Vorfällen gibt.

Am Wochenende war in Ostsachsen ein Asylbewerberheim attackiert worden. Unbekannte schossen aus einem vorbeifahrenden Auto auf eine Unterkunft in Niesky (Kreis Görlitz). Menschen wurden bei dem Vorfall in der Nacht zum Samstag nicht verletzt. In der Glasscheibe eines Fensters fand man ein etwa vier Millimeter großes Loch. Womit geschossen wurde, war zunächst unklar.

LVZ

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