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Polizeiticker Nach Waldbrand – Polizei entdeckt illegale Boofe bei Bastei
Region Polizeiticker Nach Waldbrand – Polizei entdeckt illegale Boofe bei Bastei
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17:22 06.08.2018
So fanden die Ermittler die Boofe nahe dem Waldbrand-Areal vor.. Quelle: Polizei
Rathen

Nach dem Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Brandstiftung. Die Ermittler fanden nahe dem Brandort unterhalb der Bastei eine verlassene Boofe. Dort konnten die Beamten neben den Resten einer Feuerstelle auch diverse persönliche Gegenstände feststellen, teilte die Polizei am Montag mit, darunter zwei Ukulelen, Rucksäcke und einen Campingkocher. Die Vermutung ist, dass der Waldbrand dort begann und die Verursacher die Boofe fluchtartig verließen, anstatt sich ihrer Verantwortung für den Brand zu stellen.

Auch zwei Ukulelen ließen die unbekannten nach ihrer illegalen Übernachtung zurück. Quelle: Polizei

Die Polizei bittet bei der Suche nach den mutmaßlichen Brandstiftern nun Zeugen um Hilfe. Wer die genannten Gegenstände erkennt, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 0351/ 483 22 33 zu melden.

Waldbrand an der Bastei

Vom Erfolg der Ermittlungen hängt wahrscheinlich auch ab, ob die Gemeinde Lohmen auf den Kosten des Großeinsatzes sitzen bleibt. Das befürchtet Lohmens Bürgermeister Jörg Mildner (CDU). „Ich hoffe, dass eine fünfstellige Zahl ausreichend ist“, sagt er. Im Freistaat seien die Gemeinden für die Brandbekämpfung zuständig. Er hat die Kosten schon mal überschlagen und kommt auf eine Summe von wenigstens 60 000 Euro. „Hinzu kommt die Versorgung mit Trinken und Essen, Ausgaben für Fahrzeuge und Betriebsmittel, so für ein paar Hundert Liter Benzin wie Dieselkraftstoff, und das Netzmittel, das dem Löschwasser zugegeben wurde, Kosten für das Wasser aus dem öffentlichen Trinkwassernetz, auch sind ein paar Gerätschaften kaputt gegangen, so sind bei drei Kilometern Rohrleitungen auch einige Schläuche geplatzt, alle Schläuche müssen jetzt in Pirna gereinigt werden und wir haben zwei Multicarladungen voller Schläuche“, zählt der Bürgermeister auf. „An einem Waldbrand in dieser Dimension bei uns kann ich mich in den zurückliegenden 30 Jahren nicht erinnern.“

Das Feuer war am Donnerstagnachmittag auf einem Felsvorsprung unterhalb der Bastei ausgebrochen. Die Feuerwehr war – abgesehen von einer nächtlichen Löschpause – mit rund 150 Feuerwehrleuten aus allen umliegenden Ortswehren zwei Tage lang beschäftigt, den Waldbrand komplett abzulöschen. Erst am späten Freitagnachmittag konnte Entwarnung gegeben werden.

Die Polizei sucht die Besitzer dieser Rucksäcke. Quelle: Polizei

Probleme bereitete vor allem die schwere Zugänglichkeit des etwa 4000 Quadratmeter großen Brandfleckens am Felsen Kraxelbrüderscheibe. Die Feuerwehrleute mussten teils von der Bergwacht abgeseilt werden, um einzelne Brandnester zu beseitigen. Außerdem gestaltete sich die Versorgung mit Löschwasser schwierig. So wurde eine 500 bis 600 Meter lange Förderstrecke von der Elbe bis zum Ort der Wasserübergabe gelegt. Außerdem wurde über ebenfalls mehrere Hundert Meter eine Zisterne an der Bastei angepumpt. Zum Löschwasserteich in Rathewalde richteten die Kameraden einen Pendelverkehr mit Löschfahrzeugen ein.

Das Löschwasser wurde teils über eine 500 bis 600 Meter lange Förderstrecke aus der Elbe geholt. Quelle: Daniel Förster

Der enorme Aufwand hat sich gelohnt – eine Ausbreitung des Feuers im Nationalpark konnte verhindert werden. Bereits vor dem Brand galt eine nächtliche Aufenthaltssperre im Nationalparkwald. Wer von 21 bis 6 Uhr dort angetroffen wird, zahlt bis zu 2500 Euro Bußgeld, in besonders schweren Fällen bis zu 10 000 Euro. Ausnahme sind Trekkinghütten des Forststeigs, sofern diese vor 21 Uhr erreicht werden. Tagsüber gilt ein Betretungsverbot außerhalb gekennzeichneter Wege.

Mit diesen scharfen Regeln soll die Entstehung weiterer Brände verhindert werden. „In den vergangenen Tagen mussten die Feuerwehren häufig Waldbrände bekämpfen, deren Entstehung häufig im Zusammenhang mit Freilandübernachtungen stand“, heißt es in der Begründung. Die Regelung wird solange aufrecht erhalten, bis die Waldbrandwarnstufe im Nationalpark auf 2 oder weniger fällt. Derzeit wird für die Sächsische Schweiz die Stufe „3 – mittlere Gefahr“ ausgegeben, ab Dienstag soll die Gefahrenstufe aufgrund der trockenen und heißen Witterung auf „4 – hohe Gefahr“ steigen.

Von uh/df

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