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Polizeiticker Großfeuer in Agrargenossenschaft – 300 Kühe gerettet
Region Polizeiticker Großfeuer in Agrargenossenschaft – 300 Kühe gerettet
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17:24 01.08.2018
Gut 300 Tonnen Heu und Stroh standen in Flammen. Quelle: Daniel Förster
Bahretal

Ein Großfeuer wütet seit Dienstagabend in der Agrargenossenschaft Niederseidewitz e.G. in der Gemeinde Bahretal. Dort steht seit kurz nach 21.30 Uhr ein zu drei Viertel gefülltes 1000 Quadratmeter großes Stroh- und Heulager in Flammen. Der Feuerwehr gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf einen angrenzenden Kuhstall und ein Getreidesilo zu verhindern.

Mehr als 100 Feuerwehrleute aus Region Pirna waren die ganze Nacht über in dem Landwirtschaftsbetrieb im Einsatz, um die mehr als 600 Ballen Stroh und Heu in dem Schober, der teilweise bis unters Dach gefüllt war, abzulöschen. Am späten Abend habe es plötzlich aus dem vor etwa 18 Jahren gebauten Flachbau gequalmt. Besonders in einer Ecke sei Rauch aufgestiegen. Als Landwirte in diesem Bereich die betreffenden Ballen herausnehmen wollten, um zu löschen, hätte es „wie eine Verpuffung“ gegeben und alles in Flammen gestanden, heißt es.

Einsatz unterbricht Wasserversorgung in umliegenden Orten

Beim Eintreffen der ersten Fahrzeuge stand das riesige Strohlager in Vollbrand, berichtete Einsatzleiter Achim Schrön. „Wir mussten verhindern, dass die Flammen auf den Stall und ein Getreidesilo daneben übergreifen. Deshalb war es nötig, dass wir in Größenordnungen angegriffen haben“, erklärt der Fachmann. Die Landwirte trieben die Hälfte der 600 Kühe in einen angrenzenden Jungviehstall.

Alle Kühe konnten aus dem Stall gerettet werden. Quelle: Daniel Förster

Das größte Problem neben der Hitze war, Wasser an den Brandort zu bringen. Als die Feuerwehr im ersten Angriff Wasser aus der Hauptwasserleitung entnahm, brachte sie die Wasserversorgung für die umliegenden Orte an den Rand ihres Leistungsvermögens. Um einen Zusammenbruch zu verhindern, wurde ein Pendelverkehr zum sechs Kilometer entfernten Rückhaltebecken zwischen Friedrichswalde und Gersdorf eingerichtet. Vier Tanklöschfahrzeuge aus Königstein, Meusegast, Graupa und Berggießhübel fuhren unentwegt hin und her, um dauerhaft Wasser an der Einsatzstelle zu haben. Parallel holten Landwirte der Agrargenossenschaft mit drei Traktoren samt Gülleanhängern Wasser aus dem Steinbruch Nentmannsdorf, um den 300 Kubikmeter großen Löschwasserbehälter immer wieder aufzufüllen.

Der Feuerwehr gelang es, sowohl die betroffene Seiten- als auch die Rückwand soweit zu kühlen, dass sich diese lediglich verformten, aber nicht zusammenstürzten. Die Halle „hat in oranger Färbung geglüht“, so Schrön. „Ich bin froh, dass die Seitenwand so lange gehalten hat, vor allem auch hinten die Wand, weil dort der Rinderstall gefährdet war.“

Verbogen, aber nicht eingestürzt: Die Seitenwände. Quelle: Daniel Förster

Das schafften die Kameraden auch beim Getreidesilo. Dort bestand sogar Explosionsgefahr. Allerdings ist die dort gelagerte Braugerste verloren, sagte der Vorstand der Agrargenossenschaft. Nach dem Außenangriff wurde versucht, das Feuer auch innen einzudämmen. Beim Löschen wurde Schaum eingesetzt. „Damit die Oberflächenspannung vom Wasser rausgeht und das Wasser besser in das Stroh eindringen kann. Sonst perlt das Wasser vom Stroh ab und da ist der Löscheffekt gleich null“, erklärte der Einsatzleiter. Schließlich würde es derzeit darum gehen, mit Radladern systematisch das Lager auszuräumen und die Ballen einzeln abzulöschen.

Auch die Witterungsbedingungen machte den Kameraden bei den Löscharbeiten zu schaffen. „Wir konnten die Leute bei der Hitze nicht allzu lange am Stück einsetzen kann, und schon gar nicht unter Atemschutz. Deshalb haben wir Personalreserven bilden müssen.“ Die Feuerwehrleute aus Bad Gottleuba, Berggießhübel, Gersdorf, Nentmannsdorf, Pirna, Glashütte, Gorknitz, Liebstadt, Königstein, Meusegast und Graupa, die mit insgesamt 21 Fahrzeugen vor Ort geeilt waren, werden voraussichtlich noch den ganzen Mittwoch mit Löschen beschäftigt sein.

Besonders bedauerlich für die Landwirte: Der Großteil der Heu-Reserven war dort gelagert und wurde Opfer der Flammen. „Heu gibt es keins mehr. Es wächst doch nichts mehr bei der Dürre“, sagt einer der Bauern.

Von Daniel Förster

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