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Polizeiticker Asylbewerber ersticht in Borna seine Frau
Region Polizeiticker Asylbewerber ersticht in Borna seine Frau
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12:35 19.02.2018
Asylbewerberunterkunft in Borna-Witznitz Quelle: André Neumann
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Borna

In einem Asylbewerberheim in Borna soll ein Syrer seine Frau umgebracht haben. Die Behörden haben den Vorfall bislang geheim gehalten. Ein Sprecher der Polizeidirektion Leipzig begründete das damit, dass der mutmaßliche Mord innerhalb eines Gebäudes geschah und sich familienintern abspielte.

Polizeieinsätze am Asylbewerberheim in der Witznitzer Werkstraße in Borna sind keine Seltenheit. Anwohner beobachten nahezu wöchentlich, wie Polizei und Rettungsdienst an der Einrichtung vorfahren. Zumeist sind Handgemenge oder Schlägereien der Anlass. Am vergangenen Sonntagabend aber hatte der Einsatz einen viel ernsteren Hintergrund.

Informationen der LVZ zufolge soll ein Mann aus Syrien seine Frau mit einem Messer erstochen haben. Zwei Kinder des Paares mussten die Tat miterleben. Um die zwei Kleinkinder kümmert sich jetzt das Jugendamt, sie wurden von der Behörde in Obhut genommen, teilte Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes in Borna, mit.

Die Staatsanwaltschaft Leipzig bestätigte am Freitagmittag den Vorfall. Demnach soll der 33 Jahre alte Mann in den Wohnräumen der Gemeinschaftsunterkunft am Sonntag gegen 21 Uhr seine Ehefrau (24) angegriffen und so schwer verletzt haben, dass sie trotz intensiver Rettungsbemühungen verstarb. Polizeibeamte konnten den Tatverdächtigen festnehmen.

Untersuchungshaft angeordnet

Gleich am nächsten Tag, am Montag, ordnete ein Ermittlungsrichter wegen des dringenden Tatverdachts eines Tötungsdeliktes die Untersuchungshaft an. „Die Ermittlungen zu den näheren Umständen und Hintergründen der Tat werden mit Hochdruck geführt und dauern an“, teilte Felix Mezger von der Staatsanwaltschaft Leipzig mit.

Das Asylbewerberheim an der ehemaligen Witznitzer Brikettfabrik besteht seit Oktober 2015. Es ist für 280 Menschen ausgelegt, zur Tatzeit war es offiziell mit 208 Personen belegt. Wobei niemand sagen kann, wie viele Flüchtlinge sich zu der Zeit tatsächlich dort aufhielten. Wachschutzleute seien im Haus gewesen.

Zwar gibt es häufig Auseinandersetzungen unter Heimbewohnern, ein Tötungsdelikt sei aber bisher nicht vorgekommen, sagte Brigitte Laux. Nach deren Einschätzung sei die Stimmung in der Unterkunft nach dem Vorfall „bedrückt aber gefasst“.

Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) war vom Landratsamt umgehend über das Verbrechen informiert worden, sagte sie der LVZ auf Anfrage. „Die Kreisbehörde hat sofort gehandelt, das Jugendamt hat die Kinder in Obhut genommen.“ Auch nach diesem „extremen“ Vorfall sieht die Oberbürgermeisterin die öffentliche Sicherheit in Borna durch die Asylunterkunft nicht gefährdet, da sich die Auseinandersetzungen bisher alle innerhalb der Einrichtung abspielen würden.

Von André Neumann

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