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Zahl der ausländischen Beschäftigten in Sachsen und Thüringen nimmt zu

Statistik Zahl der ausländischen Beschäftigten in Sachsen und Thüringen nimmt zu

Die Zahl der ausländischen Beschäftigten in Sachsen ist gestiegen, bleibt aber weiter auf sehr niedrigem Niveau. Aktuell (Stand Juni 2016) arbeiten 49 742 Ausländer im Freistaat – ein Anstieg von 10 027 innerhalb eines Jahres.

Die Zahl der ausländischen Beschäftigten in Sachsen ist gestiegen, bleibt aber weiter auf sehr niedrigem Niveau.
 

Quelle: dpa-tmn

Dresden.  Die Zahl der ausländischen Beschäftigten in Sachsen ist gestiegen, bleibt aber weiter auf sehr niedrigem Niveau. Aktuell (Stand Juni 2016) arbeiten 49 742 Ausländer im Freistaat – ein Anstieg von 10 027 innerhalb eines Jahres. Damit geht zwar die Hälfte des Anstiegs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Sachsen auf ihr Konto. Aber dennoch ist nur jeder 31. Arbeitnehmer in Sachsen und auch in Thüringen ein ausländischer Staatsangehöriger. Deutschlandweit ist es jeder zehnte, in westdeutschen Ländern wie Baden-Württemberg und Hessen ist es sogar jeder siebte. Mecklenburg-Vorpommern (jeder 32.) und Sachsen-Anhalt (jeder 38.) sind die Schlusslichter. Das geht aus einer Auswertung der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor.

Die ausländischen Arbeitnehmer in Sachsen kommen vorwiegend aus Polen, Tschechien, Rumänien, Ungarn, Russland, Vietnam, Ukraine, Türkei und Italien. In Mitteldeutschland arbeiten die meisten Ausländer in Dresden (10 627) und Leipzig (10 508), gefolgt von Erfurt, Görlitz, Magdeburg und Chemnitz. Den geringsten Ausländeranteil gibt es im Altenburger Land, in Suhl, Stendal und im Kyffhäuserkreis.

Aktuell gebe es in Sachsen 1,553 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte – 23 418 mehr als im Jahr davor, sagt der Chef der sächsischen Landesarbeitsagentur Klaus-Peter Hansen. Angesicht der demografischen Entwicklung werde es aber kaum so weitergehen. Bis 2025 könnten dem Arbeitsmarkt im Land etwa 200 000 Menschen im arbeitsfähigen Alter verloren gehen. Schon heute gebe es 34 000 freie Stellen. „Das können wir uns nicht leisten“, sagt Hansen. Die Landesagentur fährt deshalb eine Doppelstrategie: Zum einen würden insbesondere Langzeitarbeitslose stärker geschult und Auspendler und Abwanderer zurückgeholt. Zum anderen setzt man auf ausländische Arbeitskräfte. „Wir sind auf gezielte Zuwanderung angewiesen.“

Auch Joachim Ragnitz vom ifo-Wirtschaftsinstitut Dresden sieht das so. Die Sachsen müssten sich nicht davor fürchten, dass Fremde ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen würden. Ausländer würden in Sachsen typischerweise Arbeitsplätze besetzen, für die sich keine heimischen Bewerber finden. „Entweder weil die benötigten Spezialkenntnisse hier nicht oder nicht in ausreichendem Umfang vorhanden sind, oder weil Deutsche viele dieser Jobs auch einfach nicht machen wollen.“ Eine Verdrängung gebe es nicht, sagt Ragnitz. „Diesbezügliche Ängste sind also unbegründet.“ Sorgen vor Lohnsenkung, weil mehr Arbeitskräfte aus dem Ausland zu uns kommen, seien ebenfalls unbegründet, meint der ifo-Wissenschaftler. „Und wenn hoch qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland kommen und damit Fachkräftelücken schließen, sichert das auch die Arbeitsplätze der anderen Arbeitnehmer.“

Von Andreas Dunte

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