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Zahl der Grippekranken steigt rasant – neuer Todesfall in Sachsen

Influenza Zahl der Grippekranken steigt rasant – neuer Todesfall in Sachsen

Die Grippesaison hat kaum richtig begonnen, da schnellen die Zahlen der Neuinfektionen in ungeahnte Höhen. Das bereitet Experten Kopfzerbrechen. In Sachsen sind in dieser Saison bislang 3006 Menschen an Influenza erkrankt. Allein in der vergangenen Woche kamen dem Sozialministerium zufolge 1500 neue Fälle hinzu

Die Grippesaison hat kaum richtig begonnen, da schnellen die Zahlen der Neuinfektionen in ungeahnte Höhen.

Quelle: dpa

Dresden. Die Grippesaison hat kaum richtig begonnen, da schnellen die Zahlen der Neuinfektionen in ungeahnte Höhen. Das bereitet Experten Kopfzerbrechen.

In Sachsen sind in dieser Saison bislang 3006 Menschen an Influenza erkrankt. Allein in der vergangenen Woche kamen dem Sozialministerium zufolge 1500 neue Fälle hinzu – also eine Verdoppelung in nur einer Woche. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen, da nicht alle Infizierten zum Arzt gehen. Inzwischen gibt esd im Freistaat eine zweite Grippetote. In der vergangenen Woche starb nach Ministriumesangaben eine 90-Jährige im Landkreis Görlitz an der Influenza. Aus verschiedenen Kreisen würden gehäuft Fälle in Kliniken und Schule mit bis zu fünf Betroffenen gemeldet.

Nur 4,4 Prozent der Infizierten erkrankten trotz Schutzimpfung. Knapp ein Viertel von ihnen war über 45 Jahre alt, jeweils 17 Prozent 25- bis 44-jährige Erwachsene und fünf- bis neunjährige Kinder. Bereits Mitte Januar war eine 91-Jährige mit Vorerkrankungen in einem Altenheim im Landkreis Zwickau den Folgen der Infektion erlegen. Im zurückliegenden Winter waren von 16 700 Grippekranken in Sachsen 73 gestorben.

Dem Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin sind bislang bundesweit 20 645 laborbestätigte Influenza-Infektionen gemeldet worden. In jedem fünften Fall musste der Patient stationär behandelt werden. 43 Todesfälle sind bekannt.

Hierzulande, so Uwe Gerd Liebert, Direktor des Institutes für Virologie am Universitätsklinikum Leipzig, dominieren die Influenza-B-Viren und zwar die der Yamagata-Line. Drei Viertel aller hiesigen Fälle gehen auf das Konto dieses Virus, so Liebert.

Fest steht, dass die in diesem Jahr von den gesetzlichen Krankenkassen bevorzugte Dreifach-Impfung so gut wie nicht wirkt. Sie schützt gegen zwei A-Virus-Typen, aber nur gegen ein B-Virus – nicht gegen das, das die jetzigen Grippefälle auslöst. Nur der teurere Vierfach-Impfstoff, für den sich die Ständige Impfkommission am RKI erst seit Kurzem ausspricht, enthält einen weiteren B-Stamm (Yamagata). Ärzte raten, dass sich Ältere und chronisch Kranke, die mit dem Dreifach-Impfstoff gespritzt worden sind, auch den vierfachen Schutz holen. Noch immer steht aus, dass sich der Gemeinsame Bundesausschuss für eine Empfehlung des Vierfachimpfstoffes ausspricht, damit die Kassen bestellen können.

Von Andreas Dunte und Simona Block

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