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Mitteldeutschland Wirtschaftsminister: Sachsen ist nach Chemnitz geschädigt
Region Mitteldeutschland Wirtschaftsminister: Sachsen ist nach Chemnitz geschädigt
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10:26 07.09.2018
Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sieht in den Ausschreitungen von Chemnitz einen Nachteil für den Wirtschaftsstandort Sachsen. Quelle: Monika Skolimowska/ZB/dpa
Sachsen

Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sieht in den Ausschreitungen von Chemnitz einen Nachteil für den Wirtschaftsstandort Sachsen. „Da brauchen wir nicht drumherum reden, das ist ein Schaden, der entstanden ist“, sagte er. Bei sächsischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten sei Verunsicherung spürbar.

Die Sachsen hätten es nun aber in der Hand, dass daraus kein irreparabler Schaden werde. „Ich möchte, dass wir uns zu einem Land entwickeln, von dem man sagt: Hey, die haben 2018 was verstanden. Dort lohnt es sich zu studieren, eine Ausbildung zu machen, zu arbeiten, zu forschen, zu investieren. Wir haben es jetzt in der Hand, dass das funktioniert.“

Er distanzierte sich von der Aussage des Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU), dass es in Chemnitz keine Hetzjagd gegeben habe. „Ja, ich habe durchaus eine andere Bewertung zu Vorgängen in Chemnitz als der Ministerpräsident“, sagte Dulig. „Auf der anderen Seite bin ich froh, dass er in seiner Regierungserklärung gestern wie kein anderer CDU-Vorsitzender und wie kein anderer CDU-Ministerpräsident in Sachsen vor ihm das Problem Rechtsextremismus in unserem Land klar benannt hat.“

In Chemnitz war vor knapp zwei Wochen ein 35-jähriger Deutscher mutmaßlich von Ausländern erstochen worden. Danach kam es tagelang zu Demonstrationen von Rechtsgerichteten und Neonazis sowie Gegenprotesten. Zwei 22 und 23 Jahre alte Tatverdächtige befinden sich in Untersuchungshaft, nach einem weiteren wird gefahndet.

Kretschmers Kritik an den Medien und pauschalen Urteilen über Sachsen in seiner Regierungserklärung teilte Dulig nicht. „Ich mach doch nicht den Fehler, und zeig' schon wieder auf andere“, sagte er.

Das Thema Integration lasse sich nur mit einem „ganzheitlichen Ansatz“ angehen, sagte der Vize-Regierungschef. „Es wäre ein Fehler, wenn man glaubt, dass man das Thema Integration nur mit den Instrumenten der inneren Sicherheit löst.“ Damit Integration gelinge, brauche es beispielsweise schnellere Asylverfahren, damit Menschen schneller wissen, ob sie eine Perspektive in Deutschland haben.

dpa

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