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Mitteldeutschland Wird Leipzigs OBM Burkhard Jung neuer Sparkassen-Präsident?
Region Mitteldeutschland Wird Leipzigs OBM Burkhard Jung neuer Sparkassen-Präsident?
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09:13 24.04.2018
Leipzigs OBM Burkhard Jung (SPD) strebt an die Spitze des Ost- Sparkassenverbandes.  Quelle: André Kempner
Leipzig

Der Sächsische Städte- und Gemeindetag hat Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) für den Posten des hauptamtlichen Geschäftsführenden Präsidenten des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) nominiert. „Ja, diesen Vorschlag gibt es“, bestätigte der 60-Jährige am Montag auf LVZ-Anfrage. Wenn er gewählt wird, würde er nach LVZ-Informationen bereits am 1. Juni 2019 nach Berlin wechseln. Leipzig bräuchte dann vorzeitig einen neuen Oberbürgermeister – denn gewählt ist er bis 2020.

Zuvor muss Jung aber eine Kampfabstimmung in der Verbandsversammlung des OSV überstehen. Nach LVZ-Informationen bewirbt sich auch der Landrat von Bautzen, Michael Harig (CDU), um den gut dotierten Posten. Er ist bereits ehrenamtlicher Vorsitzender des OSV-Vorstandes. Intern galt er bisher als Favorit für die Nachfolge des derzeitigen OSV-Präsidenten Michael Ermrich (64), der 2019 in den Ruhestand geht. Auch Jung gehört dem 24-köpfigen OSV-Vorstand bereits an, bisher aber nur als einfaches Mitglied.

Sächsischer Städtetag nominiert Jung als Gegenkandidaten

Nach LVZ-Informationen hat der Sächsische Städte- und Gemeindetag Jung in der vorigen Woche fast ein­stimmig als Gegenkandidaten zu Harig nominiert – ohne große Rücksprache mit dem Verband. Jung selbst erklärte, solche Anfragen habe es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. Noch habe er sich nicht entschieden, ob er antrete. „Das muss immer wohlbedacht sein und in den nächsten Wochen geprüft werden.“

Finanziell würde sich der Wechsel auf jeden Fall lohnen: Das Jahresgehalt soll bei rund 400 000 Euro liegen – fast doppelt so viel, wie Jung als Oberbürgermeister samt aller Nebeneinkünfte verdient.

Die Leipziger SPD zeigte sich von Jungs Bewerbung völlig überrascht. „Wir haben nicht darüber gesprochen“, sagte der SPD-Vorsitzende Hassan Soilihi-Mzé. Allerdings sei die Kandidatenfrage für die Oberbürgermeister-Wahl Anfang 2020 für die Partei derzeit auch noch kein Thema. „Als Nächstes stehen die Kommunalwahlen im kommenden Jahr an, auf die wir den Fokus richten, und auf die wir uns derzeit inhaltlich vorbereiten“, so Soilihi-Mzé.

Jung wollte eigentlich 2020 noch einmal als OBM antreten

Mit Jung würde die SPD ihr derzeit einziges Zugpferd verlieren. Zwei Mal gewann er schon für die Partei die Oberbürgermeisterwahl. Und schon Ende 2015 hatte er in einem LVZ-Interview angekündigt, auch 2020 noch einmal antreten zu wollen. Bei einem Wechsel an die OSV-Spitze müsste sich die SPD nun vorzeitig einen Nachfolger suchen.

Der bisherige OSV-Präsident Ermrich wird im Juli 65, will dann nicht wieder antreten. Der CDU-Politiker steht seit 2013 an der Spitze des Verbandes, war zuvor Landrat im Harzkreis in Sachsen-Anhalt. Seine sechsjährige Wahlperiode läuft im kommenden Jahr ab. Die Abstimmung über seine Nachfolge ist für Oktober angesetzt, die Amtsübergabe dann für 1. Juni 2019 geplant.

Von Frank Johannsen und Klaus Staeubert

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