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Wetterextreme machen sächsischen Bauern immer mehr zu schaffen

Klimawandel Wetterextreme machen sächsischen Bauern immer mehr zu schaffen

Auch in Sachsen bekommen es die Landwirte immer häufiger mit Wetterextremen zu tun. „Es ist deutlich zu spüren: Die für uns typische wechselhafte Witterung geht über in länger anhaltende Phasen. Statt zwei Tage Regen und drei Tage Sonne haben wir nun öfters drei Wochen Trockenheit oder drei Wochen Regen“, sagt Agrarminister Thomas Schmidt (CDU).

Auch in Sachsen bekommen es die Landwirte immer häufiger mit Wetterextremen zu tun.

Quelle: dpa

Dresden/Berlin. Auch in Sachsen bekommen es die Landwirte immer häufiger mit Wetterextremen zu tun. „Es ist deutlich zu spüren: Die für uns typische wechselhafte Witterung geht über in länger anhaltende Phasen. Statt zwei Tage Regen und drei Tage Sonne haben wir nun öfters drei Wochen Trockenheit oder drei Wochen Regen“, sagte gestern in Dresden Agrarminister Thomas Schmidt (CDU). Solche Erscheinungen habe es zwar auch früher hin und wieder mal gegeben, „doch die Wetterextreme nehmen zu“.

Die Bauern sollten sich schon heute auf den Klimawandel einstellen. Nötig sei, sich mit Saatgut, Standortwahl oder Bewässerung den geänderten Bedingungen anzupassen. „Mit unserem regionalen Klimaatlas sind wir führend in Deutschland. Wir kennen die Prognosen über die klimatische Entwicklung in jeder Region Sachsens“, betonte Schmidt. Es gebe nicht nur Anbauversuche, sondern auch Weiterbildung für Bauern in Form von Vorträgen und Wissenstransfer. Als Beispiel nannte der Minister Kenntnisse über wasserschonende Bearbeitung von Ackerflächen sowie Saatgut, das Wetterextremen gewachsen ist. Im Unterschied zum Forst könnten sich Bauern vergleichsweise gut auf den Klimawandel einstellen, bemerkte Schmidt. „Ein Waldumbau dauert Generationen.“ In der Landwirtschaft seien die Investitionszyklen viel kürzer. So sei es möglich, viel schneller ein Produktionssystem umzustellen – beispielsweise weg vom Pflug und hin zu einer minimalen Bodenbearbeitung. Es könnten viel schneller neue und weniger empfindliche Sorten eingeführt werden, deren Eigenschaften genau geprüft seien.

„Wir haben einen sehr hohen Bildungsstand in dieser Branche“, stellte Schmidt fest. „Das sind Meister, Ingenieure und andere Hochschulabsolventen. So etwas gibt es sonst wohl nur in der IT-Branche.“ Mit der intelligenten Landwirtschaft der Zukunft werde dieser Anteil nicht geringer. Insofern stehe die sächsische Landwirtschaft den Herausforderungen der Zukunft nicht ohnmächtig gegenüber. „Umweltverträgliche Wirtschaftsweisen müssen sich in der landwirtschaftlichen Praxis noch mehr durchsetzen, damit sich die Emissionen von Treibhausgas verringern und die Qualität von Böden und Gewässern noch besser wird“, sagte der Minister. Sein Ressort widme sich verstärkt dem Thema Digitalisierung. Das könne dazu beitragen, anspruchsvolle Klimaziele zu erreichen.

Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, sagte, die Landwirtschaft könne schon heute über effiziente und klimaschonende Nahrungsmittelerzeugung, CO 2-Speicherung im Boden und die Erzeugung von Bioenergie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Krüsken verwies darauf, dass der Treibhausgasausstoß der Landwirtschaft sich von 1990 bis 2015 um gut 16 Prozent verringert habe. Gleichzeitig sei es gelungen, die Erträge auf den Feldern und in den Ställen durch eine verbesserte, klimaeffizientere Produktion zu verbessern.

„Wir spüren in der Landwirtschaft heute bereits die Auswirkungen des Klimawandels“, betonte der Verbands-Generalsekretär. Schädlinge aus anderen Klimazonen wie die Kirschessigfliege hätten den Weg hierher gefunden, könnten überwintern und bedrohten ganze Ernten. „Wetterextreme erschweren das Wirtschaften und fordern die Züchtung neuer Sorten heraus.“

Von Jörg Schurig und Ulrich Milde

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