Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+
Werbetour in China: Sachsen will Investoren und Touristen anlocken

Ministerpräsident Tillich Werbetour in China: Sachsen will Investoren und Touristen anlocken

Sachsen geht ab Dienstag auf Werbetour im Reich der Mitte: Mit einem 90-köpfigen Großaufgebot aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sollen noch mehr Firmen und Touristen in den Freistaat gelockt werden. China ist seit acht Jahren Sachsens wichtigster Handelspartner – mit deut­lichem Abstand vor den USA.

Sachsen geht ab Dienstag auf Werbetour im Reich der Mitte

Quelle: AP

Dresden. Sachsen geht ab Dienstag auf Werbetour im Reich der Mitte: Mit einem 90-köpfigen Großaufgebot aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sollen noch mehr Firmen und Touristen in den Freistaat gelockt werden. „Wir wollen für chinesische Investoren interessanter werden. Daneben sollen auch noch mehr Chinesen für Sachsen interessiert werden – als Tourismusland und als Land, aus dem viele Produkte in China verkauft werden“, erklärt Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), der die Delegation leitet, im LVZ-Interview. Die Zusammenarbeit sei für Sachsen sehr wichtig, so Tillich: „In Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur sind diese Kontakte nicht mehr wegzudenken.“

China ist seit acht Jahren Sachsens wichtigster Handelspartner – mit deut­lichem Abstand vor den USA. Im ver­gangenen Jahr nahm die Volksrepublik Waren im Wert von 5,5 Milliarden Euro ab, im ersten Halbjahr 2017 waren es 2,8 Milliarden Euro. Das sind 15 Prozent aller sächsischen Ausfuhren. Zwei Drittel der Exporte sind Fahrzeuge und KFZ-Teile, danach folgen Elektrotechnik und Geräte aus dem Maschinenbau. Gleichzeitig lieferte China im Jahr 2016 selbst im Umfang von knapp 1,4 Milliarden Euro nach Sachsen. Damit haben sich die Importe innerhalb von zehn Jahren vervierfacht. Aus dem Reich der Mitte kommen vor allem elektrische und elektronische Geräte sowie chemische Produkte.

„Inzwischen sind auch zahlreiche chinesische Investoren in Sachsen aktiv und haben hier zahlreiche Arbeitsplätze ge­sichert und geschaffen“, sagt Tillich. So will der Autozulieferer Bejing WKW Automotive Parts in Rothenburg (Landkreis Görlitz) Elektroautos der Premiumklasse bauen. Dafür sollen 1,1 Milliarden Euro investiert werden. Bislang waren Privatinvestoren und auch Staatskonzerne aus dem Reich der Mitte vor allem auf Einkaufstour in Sachsen: An knapp 30 Firmen sind Chinesen beteiligt, in sächsisch-chinesischen Unternehmen arbeiten inzwischen fast 6000 Beschäftigte. Vor einem Jahr waren es noch 3600.

„Nicht nur unsere Produkte und Dienstleistungen sind auf dem chinesischen Markt beliebt. Auch das duale Ausbildungssystem findet großen Anklang“, hat Sachsens Wirtschaftsminister und Vize-Regierungschef Martin Dulig (SPD) festgestellt. „Neben der guten wirtschaftlichen Zusammenarbeit ist es aber auch wichtig, sich in anderen Bereichen auszutauschen – beispielsweise bei Fragen des Zusammenlebens und der Zivilgesellschaft“, macht Dulig, der seit 2010 China-Beauftragter der Bundes-SPD ist, klar.

Aktuell gibt es zwischen Sachsen und China acht Städte- und elf Schulpartnerschaften sowie 84 Kooperationen im Hochschulbereich, die unter anderem die Energiebranche und die Umwelttechnik betreffen. 3200 Chinesen sind die mit Abstand größte Gruppe unter den ausländischen Studenten im Freistaat. Mehr als 35 000 chinesische Touristen besuchten im vergangenen Jahr Sachsen.

Mit Tillich, Dulig und Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) reisen gleich drei hochrangige Vertreter in die Regionalhauptstadt Wuhan. Vor zehn Jahren wurde ein Partnerschaftsvertrag mit der entsprechenden zentralchinesischen Provinz Hubei (82 Millionen Einwohner) geschlossen.

Von Andreas Debski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Mitteldeutschland
  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr