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Mitteldeutschland Sachsen warnt vor Abzocke der „Datenschutzauskunft-Zentrale“
Region Mitteldeutschland Sachsen warnt vor Abzocke der „Datenschutzauskunft-Zentrale“
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10:41 05.10.2018
Die Nachrichten werden via Fax versendet. (Archivfoto) Quelle: LVZ-Archiv
Leipzig

Der Sächsische Datenschutzbeauftragte warnt eindringlich vor Abzocke einer selbsternannten „Datenschutzauskunft-Zentrale“ (DAZ), die angeblich im brandenburgischen Oranienburg beheimatet sein soll. Die vermeintliche DAZ-„Behörde“ versende seit Wochen im großen Stil Faxnachrichten an Unternehmen und Verbände, unter anderem auch in den Freistaat. In dem amtlich wirkenden Schreiben werde der Eindruck vermittelt, es gebe eine Pflicht sich mit kurzer Frist bei der DAZ zurückzumelden und dort zu registrieren. Angehängt sei ein Formular, das letztlich aber zu einem kostenpflichtigen Abonnement in Höhe von 498 Euro jährlich führe.

Laut Andreas Schneider, Sprecher des Sächsischen Datenschutzbeauftragten, handele es sich bei der DAZ keinesfalls um eine Behörde, sondern um eine privatwirtschaftliche Firma, die offensichtlich auf simple „Bauerfängerei“ aus sei. „Genaue Zahlen zu den bisher Betroffenen sind schwierig zu ermitteln, aber wir haben neben vielen Beschwerden von Gewerbetreibenden und Unternehmen auch von Verbänden Meldungen bekommen – sogar aus dem Landtag“, sagte Schneider gegenüber LVZ.de. Er mutmaßte, die DAZ habe flächendeckend auch in Sachsen Informationen über mögliche Ansprechpartner und Kontaktdaten gesammelt.

So oder ähnlich sieht das Fax der DAZ aus. Quelle: Landesbeauftragter für Datenschutz Niedersachsen.

Wer bereits in die Abo-Falle getappt sei, für den gebe es wohl nur einen juristischen Weg, um die Abzocke doch noch zu verhindern. „Wir können natürlich keine Rechtsberatung machen, aber es gibt sicher zivilrechtliche Möglichkeiten des Widerrufs. Ich denke, es bestehen hinsichtlich Paragraph 7 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) Zweifel an der Rechtmäßigkeit solcher Angebote“, so Schneider weiter.

Im angesprochenen Paragraphen des UWG mit der Überschrift „Unzumutbare Belästigungen“ heißt es unter anderem, Werbung über Faxgeräte ohne Einwilligung des Adressaten oder solche, die die Identität des Absenders verschleiert, sind unzulässig.

Von Matthias Puppe

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