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Mitteldeutschland Verein für gemeinsames längeres Lernen will Engagement fortsetzen
Region Mitteldeutschland Verein für gemeinsames längeres Lernen will Engagement fortsetzen
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11:52 14.04.2017
Trotz neuer gesetzlicher Regelungen hält die Kritik am sächsischen Schulsystem an. Quelle: dpa
Dresden

Trotz neuer gesetzlicher Regelungen hält die Kritik am sächsischen Schulsystem an. Der Verein „Gemeinsam länger lernen“, der die frühe Aufteilung der Schüler nach Klasse 4 ablehnt, kündigte am Donnerstag ein weiteres Engagement für seine Ziele an. Man fühle sich durch das neue Schulgesetz „motiviert“, hieß es. Der Landtag hatte am Dienstag mit den Stimmen der schwarz-roten Koalition das Gesetz beschlossen. An der bisherigen Gliederung des Schulsystems ändert sich aber nichts, obwohl in Umfragen 75 Prozent der Eltern für ein längeres gemeinsames Lernen sind. Das Kultusministerium verteidigte das Festhalten an den bisherigen Strukturen.

Der Verein widersprach der Ansicht, das sächsische Schulsystem sei besonders leistungsstark. Er verwies in seiner Argumentation auf die hohe Zahl von Schülern, die das sächsische Bildungssystem ohne Abschluss verlassen. 2015 seien das 8,3 Prozent der Schulabgänger gewesen und damit weit mehr als im Bundesdurchschnitt (5,6 Prozent). „Ein wesentlicher Grund für dieses schlechte Abschneiden ist das gegliederte Schulsystem, an dem die sächsische CDU vehement festhält“, teilte der Verein mit.

„Der Verweis auf die vergleichbar höhere Zahl von Schülern ohne Abschluss taugt nicht als Argument für längeres gemeinsames Lernen“, erklärte Dirk Reelfs, Sprecher des Kultusministeriums. In Sachsen sei der Hauptschulabschluss nur mit einer zentralen Abschlussprüfung mit vergleichbar höherem Leistungsanspruch zu erreichen als in westdeutschen Ländern. Zunehmend würden Bildungswissenschaftler vor Strukturreformen warnen, weil dadurch die Leistungsfähigkeit eines Schulsystems Schaden zu nehmen droht: „Der Absturz von Baden- Württemberg beim aktuellen IQB-Ländervergleich steht exemplarisch dafür.“ Das Institut für Qualitätsentwicklung (IQB) im Bildungswesen vergleicht regelmäßig das Bildungsniveau der Schüler in den Ländern.

Bei der abschließenden Landtagsdebatte zum Schulgesetz hatte die CDU am vergangenen Dienstag klargestellt, dass es auch künftig keine Experimente bei der Schulstruktur geben wird. Die SPD als Koalitionspartner der CDU unterstützt allerdings genau wie Grüne, Linke und AfD ein längeres gemeinsames Lernen. Dafür gibt es verschiedene Modelle. Allen ist gemeinsam, dass Kinder länger als bis zur Klasse 4 (Grundschule) unterrichtet werden.

dpa

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