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Mitteldeutschland Ursache für verunreinigten Wein bleibt unklar
Region Mitteldeutschland Ursache für verunreinigten Wein bleibt unklar
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14:00 22.08.2018
Symbolbild Quelle: dpa
Diesbar-Seusslitz/Pillnitz

Die Gründe für die jüngste Verunreinigung eines sächsischen Weins mit einem im Weinbau nicht zugelassenen Pflanzenschutzwirkstoff bleiben unklar. Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) erklärte zu dem Ende 2017 entdeckten Fall: „Ein Verursacher für den Dimoxystrobin-Rückstand im Wein konnte in diesem Fall nicht ermittelt werden.“

Im November 2017 sei das LfULG von den Lebensmittelüberwachungsbehörden über einen Rückstand des im Weinbau nicht zugelassenen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffes Dimoxystrobin in einem Rotling des Jahrganges 2016 informiert worden, so eine Sprecherin (DNN berichteten.) Die Behörde habe daraufhin den Erzeuger der Trauben im Dezember 2017 kontrolliert und Rindenproben von den Ausgangssorten des beanstandeten Weines entnommen. „In keiner der untersuchten Rindenproben konnte der Wirkstoff Dimoxystrobin nachgewiesen werden. Die Betriebskontrolle ergab ebenfalls keine Beanstandungen.“

Das Fungizid ist in Getreide zugelassen, Rückstände dürfen aber – auch durch Abdrift – nicht auf Rebflächen gelangen. Nach DNN-Recherchen wurde der mit nur geringfügigen Rückständen belastete Wein in einem Weingut in Diesbar-Seußlitz entdeckt, dessen Kellerei schon vorher aufgefallen war. Ein Zusammenhang zu früheren Verunreinigungen besteht augenscheinlich aber nicht. Nach den damaligen Fällen waren im Sommer 2016 lückenlose Kontrollen aller Qualitäts- und Prädikatsweine amtlich verordnet worden. Durch diese Kontrollen bei der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen in Sachsen war der Wein vor dem Verkauf aus dem Verkehr gezogen worden. Damit hat sich das Kontrollsystem abermals bewährt.

Das Umwelt-Landesamt erklärte unterdessen weiter, seine Fachleute würden 2018 in gleichem Umfang wie im vergangenen Jahr systematische Kontrollen bei Traubenerzeugern beziehungsweise Winzern durchführen. „Berücksichtigt wird die gesamte Spannweite vom professionellen Betrieb bis zum Hobbywinzer“, so eine Sprecherin. Es würden auch Betriebe nachkontrolliert, in denen in der Vergangenheit Verstöße gegen das Pflanzenschutzrecht festgestellt worden waren.

Eine komplette Kontrolle des Pflanzenschutzes der mehr als 2000 sächsischen Winzer und Laienweinbauern sei jedoch nicht möglich. „Die Sicherung der Unbedenklichkeit der Lebensmittel ist ureigene Aufgabe eines jeden Lebensmittelunternehmers“, betonte die Behörde. Gemeint sind damit insbesondere die Weingüter, die ihre Produkte in den Verkauf bringen. Viele Weingüter verarbeiten nicht nur Keltertrauben von eigenen Weinbergen, sondern kaufen Trauben oder Grundweine von Erzeugern zu.

Gleichwohl habe man als Behörde bei den Kontrollen in diesem Sommer auch die Karenzzeiten zugelassener Mittel besonders im Blick, hieß es aus dem Landesamt auf Nachfrage. Das ist in diesem Jahr besonders wichtig, weil der Erntebeginn um Wochen früher war, als in Durchschnittsjahren. Einige im Sommer üblicherweise noch unbedenklich einzusetzende Spritzmittel haben Karenzzeiten von bis zu 60 Tagen.

Verantwortungsbewusste Winzer und Traubenerzeuger achten deshalb schon seit Wochen penibel auf die Mittel, die sie noch einsetzen. Wie zu hören ist, müssen einzelne Winzer mit ihrem Lesebeginn noch einige Tage warten, weil die Karenzzeit seit der letzten Spritzung noch läuft. Dass dies unerfahrene Weinbauern ihnen gleich tun, liegt laut Umwelt-Landesamt in der Verantwortung der Trauben annehmenden Kellereien.

Von Lars Müller

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