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Mitteldeutschland Unfallstatistik 2016: mehr Verkehrsunfälle, weniger Tote
Region Mitteldeutschland Unfallstatistik 2016: mehr Verkehrsunfälle, weniger Tote
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10:46 10.04.2017
Symbolbild Quelle: dpa
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Dresden

Auf sächsischen Straßen sind im vergangenen Jahr 162 Menschen ums Leben gekommen. Das sind zwar 30 weniger als im Jahr zuvor. Dennoch bleibt die Statistik beim Blick auf Einzelheiten bedrückend. Zu den Todesopfern zählen auch vier Kinder. Zwei von ihnen starben als Insassen eines Autos, zwei als Fußgänger. Fast Dreiviertel der Getöteten war älter als 75 Jahre. Eine deutliche Zunahme von 17 auf 26 gab es bei der Zahl tödlich verunglückter Radfahrer. Ebenso groß ist die Anzahl getöteter Fußgänger, auch wenn sie im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Drittel abnahm.

45 Menschen starben bei Unfällen mit Lastkraftwagen. Die Polizei führt das auch auf die Zunahme des Schwerverkehrs auf Autobahnen zurück und will die Lkw-Kontrollen deshalb verstärken. Die Zahl getöteter Motorradfahrer reduzierte sich von 35 auf 22.

Insgesamt stieg die Zahl der Verkehrsunfälle im Jahresvergleich leicht an. Die Polizei registrierte landesweit 109 736 Unfälle, darunter 13 643 mit Personenschäden. 17 300 Frauen, Männer und Kinder wurden verletzt (2015: 17 033).

Als Risikogruppe für Verkehrsunfälle gelten vor allem Kinder, junge Fahrer und Senioren. Fast 40 Prozent der betroffenen Kinder verunglückten als Mitfahrer in Autos, etwa jedes dritte Kind als Radfahrer und zirka jedes vierte als Fußgänger. Insgesamt waren 1324 Mädchen und Jungen im Alter bis 15 Jahre betroffen, knapp ein Prozent mehr als 2015.

Die meisten Verkehrsunfälle passieren innerorts (knapp 75 Prozent). In Relation zur Verkehrsdichte bleiben Autobahnen die sichersten Verkehrswege im Straßennetz, hieß es.

Bei Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss wurde 2016 der zweitniedrigste Wert seit 1995 gemessen. Dennoch spielte bei 1794 Unfällen Alkohol eine Rolle, in 205 weiteren Fällen waren es Drogen.

Die sinkende Zahl von Unfalltoten empfindet Enrico Stange, Innenpolitischer Sprecher der Linksfraktion als erfreulich. Dennoch sei dies im Hinblick auf die steigende Anzahl der Verkehrsunfälle kein Anlass zur Entwarnung. "Die Werte beruhen auch auf der Tatsache, dass die Kontrollzahlen der Polizei noch einmal auf ein Rekordtief abgesunken sind", erklärt Stange. Auch wenn sich die Zählweise etwas verändert habe, seien 2016 nur noch insgesamt 458.883 Fahrzeuge angehalten und kontrolliert worden. Zehn Jahre zuvor wurden allein zu Geschwindigkeits- und Alkoholkontrollen in Sachsen 1.397.761 Fahrzeuge angehalten.

Den Grund für die mangelnde Verkehrssicherheitsarbeit sieht Stange im Personalmangel der Polizei. "Damit einher geht das Risiko, dass die Zahl der Unfälle und Verletzten steigt und die Sitten im Straßenverkehr verrohen", so Stange weiter. Er appelliert besonders an Innenminister Markus Ulbig (CDU), die Verkehrssicherheit müsse künftig auf der Prioritätenliste weiter oben stehen.

DNN

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