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Umzug statt Rauswurf: Verwirrung um Flüchtlingsunterbringung in Görlitzer Studentenheim

Umzug statt Rauswurf: Verwirrung um Flüchtlingsunterbringung in Görlitzer Studentenheim

Görlitz. Die Pläne des sächsischen Innenministeriums, aus einem Görlitzer Studentenwohnheim eine Flüchtlingsunterkunft zu machen, sorgt für Verwirrung in der Neißestadt.

Am Donnerstag kritisierte der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege die Landesregierung. Der Vorwurf kursierte, der Freistaat werfe Studenten aus ihrem Wohnheim. Am Freitag antwortete das Dresdner Studentenwerk: Es sei kein Rauswurf der Studenten sondern ein längst geplanter Umzug.

Das Innenministerium möchte das Görlitzer Studentenwohnheim „Hirschwinkel“ zur Einrichtung von Erstaufnahmen für Asylbewerber umfunktionieren. Die dort bisher wohnenden Studenten müssen daher raus. „Weder den Umgang mit den Studierenden, noch die unzureichende Informationspolitik seitens des Freistaates Sachsen gegenüber der Hochschule und der Stadt zu diesem Thema halte ich für akzeptabel“, hatte Deinege dazu erklärt.

Das Studentenwerk als bisheriger Betreiber des Hauses beruhigt aber. In Görlitz gebe es ein Überangebot an Wohnheimplätzen. Etwa ein Viertel aller Zimmer steht leer. Daher habe man sich schon längerfristig entschieden, das nur zu gut 50 Prozent ausgelastete Haus „Hirschwinkel“ an den Freistaat zurückzugeben. Sämtliche betroffenen Studenten wurden persönlich informiert. Sie können in ein benachbartes Wohnheim wechseln und sich dort ein Zimmer aussuchen und erhalten zudem eine Umzugsbeihilfe und wenn gewünscht Hilfe in Form von Kartons oder einem Transporter. Das Procedere des Umzugs sei in den Mietbedingungen der Studenten auch ausdrücklich so festgehalten.

Der Freistaat ist für die Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge zuständig. Bislang gibt es eine solche Einrichtung in Chemnitz mit mehreren Außenstellen. Zwei weitere Erstaufnahmeeinrichtungen sollen in Dresden und Leipzig entstehen, eine vierte ist geplant.

sl/dpa

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