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Mitteldeutschland Umweltschützer demonstrieren in Leipzig gegen den Kohlekompromiss
Region Mitteldeutschland Umweltschützer demonstrieren in Leipzig gegen den Kohlekompromiss
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11:37 01.02.2019
Eine Fahne mit der Aufschrift "Stopp Kohle jetzt..." hängt am Ortseingangsschild der vom Braunkohleabbau bedrohten Gemeinde Pödelwitz südlich von Leipzig. (Archivfoto) Quelle: dpa
Leipzig

Umweltschützer rufen für diesen Samstag in Leipzig zum Protest gegen die Empfehlungen der Kohlekommission auf. Was das von der Bundesregierung eingesetzte Gremium „beschlossen hat, ist ein fauler Kompromiss und kein Konsens“, erklärte das Bündnis „Ende Gelände Leipzig“ am Dienstag. Dem Demonstrationsaufruf schlossen sich demnach auch der BUND Leipzig, der Sozialistisch-Demokratische Studierendenverband (SDS) Leipzig und die Bürgerinitiative „Pro Pödelwitz“ an. Die Veranstalter erwarten 500 bis 1.000 Teilnehmer.

Der Aufzug ist für die Zeit von 12.30 Uhr bis 16 Uhr angezeigt worden. Folgende Route ist vorgesehen: "kleiner Willy-Brandt-Platz“ → Richard-Wagner-Straße → Am Hallischen Tor → Willy-Brandt-Platz → Tröndlinring → Goerdelerring → Dittrichring → Thomaskirchhof → Thomasgasse → Markt → Grimmaische Straße → Augustusplatz".

Mit der Demonstration unter dem Titel „Hey KoKo - Kohleausstieg jetzt!“ beteilige man sich an einer bundesweiten Aktionswoche von „Ende Gelände“ zum Ergebnis der Kohlekommission, hieß es. „Wir wollen den Protest ins Leipziger Land tragen und der Forderung nach größeren Anstrengungen in der Klimapolitik Nachdruck verleihen“, so das Bündnis.

Jens Hausner von „Pro Pödelwitz“ kritisierte, die Beschlüsse der Kommission stellten keinen gemeinsamen Konsens in Sinne der Tagebaubetroffenen dar. „Wir sollen weiter der unsozialen Gewalt der Kohlelobby ausgesetzt sein“, sagte er. Sozialer Frieden sei dadurch nicht möglich, Widerstand weiter nötig.

Das rund 700 Jahre alte Pödelwitz südlich von Leipzig liegt am Rand des Tagebaus „Vereinigtes Schleenhain“ und soll nach Plänen der Mitteldeutschen Braunkohlegesellschaft (Mibrag) voraussichtlich von 2026 an für die Kohleförderung weichen. Die gut zwei Dutzend verbliebenen Einwohner um die Bürgerinitiative wehren sich seit Jahren gegen eine Umsiedlung.

Die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ hatte in Berlin ihren Abschlussbericht vorgestellt. Als Beitrag zum Klimaschutz empfahl sie, das letzte Kohlekraftwerk in Deutschland 2038 vom Netz zu nehmen. Ob auch ein Ausstieg bis 2035 möglich sein könnte, soll demnach 2032 überprüft werden. Der Strukturwandel in den betroffenen Regionen, darunter das mitteldeutsche Revier und die Lausitz, soll mit Finanzhilfen in Höhe von 40 Milliarden Euro flankiert werden.

Von LVZ

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