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Mitteldeutschland Umstrittenes Schweinehochhaus in Maasdorf wird geräumt
Region Mitteldeutschland Umstrittenes Schweinehochhaus in Maasdorf wird geräumt
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08:41 19.04.2018
Das "Schweinehochhaus" in Maasdorf soll saniert werden (Archivfoto). Quelle: dpa
Maasdorf

Der Betreiber des umstrittenen sogenannten Schweinehochhauses in Maasdorf (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) hat die Modernisierung der Anlage angekündigt. Dazu werde nach und nach der Tierbestand verkleinert, teilte die HET GmbH am Mittwoch über eine Potsdamer Anwaltskanzlei mit. Es würden jetzt keine Sauen mehr besamt. Es würden aber keine Tiere vorzeitig getötet. Ferkel würden noch bis zum Verkauf aufgezogen. „Da die letzte Besamung in Kalenderwoche 12/2018 erfolgt ist, werden die letzten Tiere im September 2018 die Anlage verlassen“, hieß es in der Erklärung.

Es werde ein Konzept erarbeitet, wie die Schweinehaltung modern, tier-, menschen- und umweltgerechter fortgeführt werden könne. „Sollte ein Weg gefunden werden, der sich auch wirtschaftlich darstellen lässt, wird so bald wie möglich mit der Rekonstruktion begonnen“, hieß es in der Erklärung weiter. Die Bausubstanz sei gut, allerdings müsse die Technik wie Fahrstühle, Belüftung und Beleuchtung erneuert werden. Zudem gehe es um die gesamten Haltungsbedingungen für die Sauen mit ausreichend Platz.

Immer wieder Proteste von Tierschützern

Tierschützer hatten wiederholt gegen die Bedingungen in der fast 50 Jahre alten Zuchtanlage protestiert - auch für den kommenden Sonntag ist eine Aktion angekündigt. Den Tierschützern zufolge wurden bislang auf sechs Etagen rund 500 Sauen gehalten, die jedes Jahr Tausende Ferkel zu Welt brachten. Die Tierschützer hatten zuvor mit versteckten Kameras aufgezeichnete Aufnahmen vom brutalen Umgang mit den Tieren veröffentlicht.

Der Grünen-Landesvorsitzende Christian Franke forderte die endgültige Stilllegung der Anlage. „Das Schweinehochhaus wird zur tödlichen Falle, sollte es in dem Gebäude mal ein Feuer geben. Der Bestandsschutz der Anlage darf nicht über dem Tierschutz stehen“, erklärte Franke. Umbauten könnten dieses Grundproblem der Anlage nicht lösen.

Von LVZ