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Mitteldeutschland Ulbrichts Nachlass steht hoch im Kurs
Region Mitteldeutschland Ulbrichts Nachlass steht hoch im Kurs
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07:59 23.10.2017
Ulbrichts Mitgliedskarte im Zentral­komitee der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) wechselte ebenfalls den Besitzer. Quelle: dpa
Hamburg

Vom Personalausweis mit Original-Unterschrift und Fingerabdruck bis zur Sammlung geheimer Dokumente und Briefe: Teile des Nachlasses des DDR-Funktionärs Walter Ulbricht und seiner Frau Charlotte („Lotte“) sind am Sonnabend in Hamburg unter den Hammer gekommen. „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“ – mit diesem Satz war der DDR-Staats- und Parteichef Ulbricht, untrer dessen Ägide die berliner Mauer erbaut wurde (1893-1973) in die Geschichte eingegangen. Die Gegenstände erinnern an das bewegte Leben des spitzbärtigen Leipzigers und enthüllen unbekannte Details des Paars.

Rund 30 Besucher waren in den mit Stuck und Kronleuchtern verzierten Saal eines Hotels gekommen, um bei zehn Positionen mitzubieten. Für den Auktionstag, an dem auch weitere Gegenstände wie etwa Uniformen, Abzeichen und Orden aus anderen Epochen versteigert werden, hatten sich insgesamt rund 250 Live-Bieter im Internet registriert.

Besonders begehrt war ein Paket mit sechs Ausweisen, darunter ein Personalausweis Ulbrichts mit Foto, Fingerabdruck und Original-Unterschrift. Es ging für 7400 Euro an einen anonymen Bieter. Als Startpreis für die zehn Gegenstände war zuvor eine Summe von 10 000 Euro aufgerufen worden – nun wechselten sie für rund 35 000 Euro den Besitzer. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, sagte Auktionator Carsten Zeige.

Nur zwei Positionen wurden von Anwesenden ersteigert. Der 66-jährige Sven Kjellström hatte das Paket „Lotte Ulbricht in Moskau“ erworben. Neben drei sowjetischen Ausweisen der gelernten Stenotypistin sind drei Einladungskarten zu Feierlichkeiten anlässlich der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution 1952/53 sowie zwei Medaillen enthalten. „Ich wollte eigentlich mehr kaufen, aber die Gebote waren einfach zu hoch“, bedauerte der geschichtsinteressierte Schwede.

Der in der Leipziger Gottschedstraße 4 geborene Walter Ulbricht (1893–1973) war von 1949 bis zu seiner Entmachtung 1971 einer der bedeutendsten DDR-Funktionäre. Unter seiner Führung wurde am 13. August 1961 die Berliner Mauer errichtet.

Von Wiebke Dördrechter

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