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Mitteldeutschland Über 100.000 Einpendler nach Sachsen
Region Mitteldeutschland Über 100.000 Einpendler nach Sachsen
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12:50 18.01.2017
Trotz Zugverspätungen, Staus und Familienstress – für die Arbeit pendeln immer mehr Sachsen in andere Bundesländer. Quelle: dpa

Trotz Zugverspätungen, Staus und Familienstress – für die Arbeit pendeln immer mehr Sachsen in andere Bundesländer. 136 700 waren es im vergangenen Jahr, so viele wie noch nie seit Erfassung im Jahr 1999. Allerdings fällt der Anstieg mit plus 18 883 gegenüber 2005 moderat aus. Deutlich stärker wächst die Zahl der Einpendler, die in Sachsen einer Arbeit nachgehen. Im vergangenen Jahr wurde erstmals die 100 000er-Marke überschritten. Das geht aus Statistiken der Bundesagentur für Arbeit hervor.

Genau pendelten 103 481 Arbeitnehmer aus anderen Bundesländern nach Sachsen – das waren 33 146 mehr als vor elf Jahren. Inklusive Ausländer liegt die Einpendlerzahl bei 114 692: Die ausländischen Arbeitnehmer kommen vorwiegend aus Polen und Tschechien. Im vergangenen Jahr stieg ihre Zahl um ein Drittel. Auch die Thüringer werden immer mobiler. Im vergangenen Jahr fuhren 125 009 zur Arbeit über die Landesgrenze. Die Zahl der Einpendler stieg auf 64 751.

Lohndifferenz zwischen Ost und West

Angesichts der Tatsache, dass die Löhne in den neuen Bundesländern nur rund 75 Prozent des Westlohns ausmachen, erklärt sich die hohe Zahl der Pendler vorwiegend in westdeutsche Bundesländer, sagt Joachim Ragnitz vom Dresdner Ifo-Institut. Viele Sachsen hätten nach der Wende keine ihrer Qualifikation entsprechende Beschäftigung in der Heimat gefunden. „Inzwischen hat sich die Arbeitsmarktsituation zwar in weiten Teilen Sachsens gedreht, aber man wechselt ja nicht ohne Weiteres den Job, wenn man dort weiterhin gut bezahlt wird und soziale Kontakte hat“, sagt Ragnitz.

„Sachsen zieht als Ort zum Arbeiten immer mehr Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet an. Das ist eine gute Entwicklung und auf unsere robuste und wachsende sächsische Wirtschaft zurückzuführen“, so Klaus-Peter Hansen, Chef der Landesarbeitsagentur. Auch er sieht in den besseren Verdienstmöglichkeiten den Hauptgrund für das Pendeln. Wer im Westen arbeite, verdiene im Schnitt fast 900 Euro mehr als bei sächsischen Unternehmen. Jedoch sollten Fahrkosten und Kosten für die doppelte Haushaltsführung nicht außer Acht gelassen werden.

Im Ländervergleich ist Sachsen keineswegs das Land mit den meisten Pendlern. In Brandenburg, Schleswig-Holstein und Bremen pendelt jeder Dritte bis Fünfte in ein anderes Bundesland – in Sachsen jeder elfte.

Von Andreas Dunte

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