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Mitteldeutschland US-Streitkräfte rollen durch Sachsen und Thüringen
Region Mitteldeutschland US-Streitkräfte rollen durch Sachsen und Thüringen
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19:17 24.05.2018
Ein Bild, das in den nächsten Tagen und Wochen öfter auf sächsischen Autobahnen anzutreffen ist: US-Armee-Transporte auf dem Weg nach Polen. Quelle: Roland Halkasch
Leipzig

Durch Mitteldeutschland rollen in den nächsten Tagen und Wochen zahlreiche Fahrzeuge der US-Streitkräfte. Allein auf der Route über die Autobahn 4 von Chemnitz über Zwickau und Dresden werden rund 800 Fahrzeuge und 3000 Soldaten in Richtung Polen verlegt. Über die Autobahn 9 vorbei an Leipzig und Berlin sollen es 300 Fahrzeuge und 800 Soldaten sein.

Die US-Streitkräfte nehmen an dem multinationalen Manöver „Saber Strike 2018“ (Säbelhieb) teil, das Anfang Juni in Polen beginnt und bis zum 15. Juni läuft. An dem Großmanöver in Polen und in den baltischen Ländern beteiligen sich 20 000 Soldaten aus 19 Nato-Mitgliedsländern, sagte am Donnerstag Kai Rohrschneider, seit 2017 Chief Staff der US-Army Europe. Zuvor war er Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr. Die ersten Fahrzeuge sollen bereits am Donnerstag in einer Kaserne im sächsischen Frankenberg angekommen sein. Stationiert sind die Truppen in Grafenwöhr in der Oberpfalz sowie in weiteren Kasernen vorwiegend in Bayern.
Ein Bild, das in den nächsten Tagen und Wochen öfter auf sächsischen Autobahnen anzutreffen ist: US-Armee-Transporte auf dem Weg nach Polen. Quelle: Roland Halkasch

Neben dem Großmanöver findet nahezu parallel der routinemäßige Austausch der Truppen der Operation „Atlantic Resolve“ (Atlantische Entschlossenheit) statt. Dazu landeten vor Kurzem im belgischen Antwerpen drei US-Transportschiffe mit 3500 Soldaten, rund 1400 Fahrzeugen und Material. Diese Transporte kommen aber nicht durch Sachsen, so Rohrschneider. Der Austausch der Truppe findet alle neun Monate statt. Die in Polen stationierten Truppen dienten dem Schutz der osteuropäischen Flanke der Nato.

Um den Verkehr auf den Autobahnen möglichst wenig zu behindern, fahren die US-Truppen in Kompaniestärke von rund 20 Fahrzeugen. Zur Rast und zum Auftanken würden die Geländewagen, Transporter und Stryker (Radschützenpanzer) Kasernen oder Übungsplätze in Ostdeutschland aufsuchen, um die Autobahn-Raststätten möglichst nicht zu verstopfen. Schweres Gerät wie Panzer oder andere Kettenfahrzeuge würden auf der Schiene transportiert.
Ein Bild, das in den nächsten Tagen und Wochen öfter auf sächsischen Autobahnen anzutreffen ist: US-Armee-Transporte auf dem Weg nach Polen. Quelle: Roland Halkasch

Rohrschneider wollte nicht ausschließen, dass die US-Army bei Bedarf auch auf zivile Transportunternehmen zurückgreift. Das bliebe auch in Zukunft eine Option für Ost-West-Transporte. Allerdings wolle man Vorfälle wie die Anfang des Jahres auf jeden Fall vermeiden. Im Januar hatte eine Streife der Verkehrspolizei auf der A 4 bei Bautzen einem Transportkonvoi mit US-Panzern die Weiterfahrt untersagt, da die Tieflader für die transportierten Panzerhaubitzen zu klein waren. Zum Teil waren die Gespanne bis zu 16 Tonnen überladen. Erst nach Umladen der Haubitzen auf geeignete Transporter konnte die Fahrt fortgesetzt werden.

Von Andreas Dunte

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