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Trotz Minizinsen legen die Sachsen mehr auf die hohe Kante

Sparen Trotz Minizinsen legen die Sachsen mehr auf die hohe Kante

Mini-Zinsen nahe Null schrecken die Sparer nicht ab: Obwohl die Ersparnisse kaum noch etwas abwerfen, halten die Sachsen ihr Geld zusammen. Sie legen sogar mehr auf die hohe Kante als früher. Hoch im Kurs stehen dabei Anlageformen, die besonders wenig einbringen: Tagesgeld und das klassische Sparbuch.

Mini-Zinsen nahe Null schrecken die Sparer nicht ab:

Quelle: Archiv

Dresden. Mini-Zinsen nahe Null schrecken die Sparer nicht ab: Obwohl die Ersparnisse kaum noch etwas abwerfen, halten die Sachsen ihr Geld zusammen. Sie legen sogar mehr auf die hohe Kante als früher. Hoch im Kurs stehen dabei Anlageformen, die besonders wenig einbringen: Tagesgeld und das klassische Sparbuch.

1157 Euro legte jeder Sachse 2014 im Schnitt auf die hohe Kante. Das war zwar nicht einmal halb so viel wie in Bayern (2610) oder Baden-Württemberg (2682), aber deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Das ist nach Ansicht von Experten konsequent: Wer kaum Zinsen erhalte, müsse einfach mehr fürs Alter zurücklegen, um die Lücke zu schließen, so Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon (48).

Trotz Sparzinsen nahe Null halten die Kunden dabei den Sparkassen die Treue. „Dass Gelder zu anderen Banken abgezogen werden, können wir nicht fest-
stellen“, berichtete eine Sprecherin der Ostsächsische Sparkasse Dresden. Die Kundeinlagen aller Sparkassen in Sachsen legten im ersten Halbjahr um 176 Millionen Euro oder 0,4 Prozent zu. 2015 hatte das Plus sogar bei 2,2 Prozent gelegen, bei Thüringens Sparkassen bei 3,9 Prozent.

„Unsere Kunden agieren auch in der Dauerniedrigzinsphase bodenständig und sparen“, sagte Gerhard Grandke (62), Präsident des Sparkassenverbandes Hessen-Thüringen. „Bei Renditeunterschieden im Nachkommabereich sind der Mobilität von Einlagegeldern fast schon natürliche Grenzen gesetzt. Davon profitieren unsere Sparkassen als Marktführer.“ Besonders beliebt sind Tagesgeldkonten, auf denen die Sachsen und die Thüringer rund die Hälfte ihrer Spargelder parken. Knapp dahinter mit 45 bis 46 Prozent liegt in beiden Ländern das Sparbuch. Tendenz bei beiden Anlageformen: steigend.

Längerfristige Geldanlagen mit besserer Rendite sind dagegen auf dem Rückzug. Grund: Weil auch Festgelder und Sparbriefe kaum etwas einbringen, bleiben die Sparer lieber flüssig. Und wenn Altverträge auslaufen, finden die Kun-
den kaum sinnvolle Anlageformen. „Das Geld wird dann fast ausschließlich noch auf Tagesgeldkonten geparkt“, berichtet der Geschäftsführer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, Wolfgang Zender (63).

Auf riskante Geldanlagen, die mehr einbringen könnten, wird dagegen verzichtet. „Der Sparer in Deutschland ist ausgesprochen risikoscheu“, erläutert Horst Gischer (59), Ökonomie-Professor an der Uni Magdeburg. Eine kleine Ausnahme machen hier die Sachsen: Aktien sind hier beliebter als in allen anderen Ost-Ländern. 264 Millionen Euro haben sächsische Sparkassenkunden im ersten Halbjahr in Aktien und Fonds gesteckt, so viel wie Anleger in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zusammen.

Das dürfte vor allem an der besseren wirtschaftlichen Situation liegen. „Sachsen verfügt mit Dresden und Leipzig über zwei Metropolen und eine belastbare ökonomische Infrastruktur“, erläutert Gischer. Trotzdem : Auch in Sachsen lockten Sparbücher und Tagesgeldkonten im ersten Halbjahr viermal so viel Geld an wie Aktiendepots.

Von Frank Johannsen

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