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Mitteldeutschland Tödlicher Straßenverkehr: Hasen kommen oft unter die Räder
Region Mitteldeutschland Tödlicher Straßenverkehr: Hasen kommen oft unter die Räder
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07:20 12.04.2019
Ein Feldhase (Lepus europaeus) sitzt in einem vom Morgentau nassen Getreidefeld im Oderbruch. Quelle: dpa
Leipzig

Es gibt wieder mehr Feldhasen in Deutschland: Zwölf Tiere pro Quadratkilometer wurden im Frühjahr 2018 durchschnittlich gezählt - ein Hase mehr als noch 2017, wie der Deutsche Jagdverband (DJV) in Mainz mitteilte. Im Nordostdeutschen Tiefland, zu dem Sachsen-Anhalt und Teile Sachsens zählen, gab es hingegen nur fünf Feldhasen pro Quadratkilometer; der Bestand wuchs von Frühjahr bis Herbst 2018 um acht Prozent.

Im Ostdeutschen Mittelgebirge, zu dem Thüringen und der südliche Teil Sachsens zählen, wurden durchschnittlich sieben Tiere registriert; hier ging der Bestand um drei Prozent zurück. Bundesweit nahm die Zahl der Feldhasen im Laufe des vergangenen Jahres um 18 Prozent zu. „Das ist die höchste Nettozuwachsrate seit 2007“, sagte DJV-Sprecher Torsten Reinwald.

In Thüringen liege der Bestand der Feldhasen auf einem niedrigen, aber stabilen Niveau, berichtete der Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, Frank Herrmann. Es gebe aber ein Problem: „Sie sterben mehr durch den Verkehr als durch die Jäger.“ Von 1554 zu Tode gekommenen Tieren wurde im Jagdjahr 2017/2018 gut die Hälfte überfahren. In Sachsen-Anhalt ist diese Zahl sogar noch höher: Von 1855 getöteten Tieren starben 56 Prozent durch den Verkehr, wie Gero Weinhardt vom Landesjagdverband Sachsen-Anhalt erklärte. Aus Sachsen gab es zunächst keine Angaben.

Um den Feldhasenbestand zu sichern, legen Jäger in Thüringen mittlerweile Blühflächen am Rand von Feldern an. „Mit Monokulturen ist den Hasen nicht geholfen“, erklärte Herrmann. Die Tiere bräuchten sowohl Flächen mit wenig Pflanzen, um morgens ihr Fell zu trocknen, als auch Plätze, an denen viele Kräuter wachsen, die als Futter dienen. Deshalb säen Jäger derzeit gezielt Kräutersamen aus.

Dadurch würden die Langohren einerseits geschützt, zum Start der Jagdsaison im Oktober aber auch gezielt zu bestimmten Flächen gelenkt. Der Deutsche Jagdverband will künftig auch eine unbürokratische Entlohnung für Landwirte erreichen, die speziell für Feldhasen und andere Tiere Blühstreifen mit Wildkräutern anlegen.

Die meisten Feldhasen lebten 2018 im Nordwestdeutschen Tiefland. Dort wurden 16 Hasen pro Quadratkilometer gezählt. Im Südwestdeutschen Mittelgebirge waren es nach DJV-Angaben 14, im Alpenvorland 12 und im Westdeutschen Mittelgebirge 11.

Von LVZ

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