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Mitteldeutschland Tipps zum Schulanfang: Wie Kindern die Nervosität vor dem ersten Schultag genommen werden kann
Region Mitteldeutschland Tipps zum Schulanfang: Wie Kindern die Nervosität vor dem ersten Schultag genommen werden kann
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09:00 10.08.2018
Symbolbild Quelle: dpa
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Dresden

Während manche Eltern schon bei der Auswahl der Motive an Zuckertüte, Schulranzen und Federmäppchen die Verzweiflung packt, beginnt für die Meisten die Aufregung erst nach der Schuleinführungsfeier.

Welche Tipps gegen die Nervosität vorm ersten Schultag bei Eltern und Grundschülern helfen, haben die DNN bei Petra Nikolov vom Sächsischen Landesamt für Schule und Bildung erfahren.

Frau Nikolov, wie können Eltern einen erfolgreichen Start in die Schulzeit vorbereiten?

Nikolov: Indem sie die Freude über den neuen Lebensabschnitt weitergeben und nicht die Angst schüren, vor dem Ernst des Lebens, wie man so schön sagt. Es sollte nicht gesagt werden „du musst“ oder „du sollst“ sondern sich eher gemeinsam auf den neuen Schritt im Leben des Kindes gefreut werden. Hilfreich kann dabei schon eine schöne Schuleinführungsfeier sein.

Viele Kinder sind vor dem ersten Schultag sehr aufgeregt. Wie unterstützen Eltern ihre Kinder an diesem Tag?

Nikolov: Eltern können beispielsweise im Vorfeld schon einmal den Schulweg mit den Kindern abgehen. Sollte das Grundschulkind das Schulhaus nicht bereits von der Vorschule kennen kann es auch hilfreich sein sich das Gebäude bereits im Vorfeld einmal anzusehen. Diese Begehungen haben das Ziel, dass das Kind den Weg später auch alleine meistern kann.

Am Wochenende vor dem Schulbeginn ist es auch eine gute Idee gemeinsam den Ranzen zu packen und schon einmal das Öffnen der Schultasche und der Federmappe mit dem Kind zu üben. Das mögen für Erwachsene einfache Dinge sein, für Kinder sind sie jedoch neu und auch nicht immer einfach zu bewältigen. Genauso verhält es sich auch mit der Brotdose, welche die Kinder, im Gegensatz zum Frühstücksangebot im Kindergarten, nun selbst zusammenstellen können und müssen.

Schön ist zudem ein kleiner Talisman für die Schulanfänger, der ihnen in der neuen, ungewohnten Umgebung Halt gibt.

Mit der Einschulung sollen Sechsjährige plötzlich lange Zeit still sitzen und sich konzentrieren. Können Eltern ihre Kinder dabei unterstützen und fördern?

Nikolov: Hilfreich ist es wenn Eltern gemeinsam mit ihren Kindern Spiele spielen oder ihnen etwas vorlesen. Dabei wird die Konzentration auf die Eltern gefunden und dies kann die Kinder fördern sich einmal fünfzehn oder zwanzig Minuten nur auf die Eltern oder Großeltern und die gemeinsame Aktivität zu konzentrieren. Weitere. der Konzentration förderliche Unternehmungen sind sportliche Aktivitäten, wie das Wandern, oder auch gemeinsame Bastelnachmittage. Nicht schaden kann es zudem wenn die Kinder auch zu Hause schon einmal das Halten eines Stiftes üben, zum Beispiel beim Malen.

Wie reagieren Eltern richtig, wenn Kinder überhaupt nicht mit dem Lehrpersonal zurechtkommen oder nur schwer Anschluss in der Klasse finden?

Nikolov: In der Regel kommt es nur selten vor, dass die Grundschulkinder Probleme mit der Klassenleiterin haben, da diese wie die Erzieherinnen im Kindergarten, oftmals als Vorbild angesehen werden. Wenn die Kinder dennoch traurig sind, sollten Eltern die Kinder nicht in ihrem Kummer unterstützen, sondern sie motivieren, dass jeder Neuanfang mal schwer sein kann. Hilfreich ist es dabei auch, eigene Beispiele anzubringen, z. B. dass sich die Mutter auch erst an ihre neue Chefin auf Arbeit gewöhnen musste aber am Ende alles gut gegangen ist. Ähnlich verhält es sich auch mit Freundschaften zu anderen Klassenkameraden. Sollten Kinder schwer Anschluss finden, können Eltern ihre Kinder ermutigen indem sie diese an Freunde aus dem Kindergarten verweisen oder daran erinnern, dass sie im Urlaub auf dem Spielplatz auch immer schnell Anschluss gefunden haben.

Zu welchen Probleme kann es in dem neuen Umfeld Schule nach Ihren Erfahrungen kommen und wie können die Eltern damit umgehen?

Nikolov: In den ersten Wochen werden die Kinder noch sehr aufgeregt sein alle Wege in dem neuen Schulgebäude zu finden und auf dem Schulhof, anders als im Kindergarten, wieder die Kleinsten zu sein. Neben der Klassenleiterin ist es wichtig, dass die Kinder noch weitere Bezugspartner kennenlernen, an die sie sich bei Fragen wenden können. Wie zum Beispiel die Horterzieherin oder die Sekretärin. In den ersten Wochen müssen sich die Eltern auch nicht wundern wenn die Kinder abends freiwillig ins Bett gehen, da sie von den ganzen Eindrücken und der langen Konzentration in der Schule geschafft sind.

Was sollte das Kind mit dem Schulbeginn schon können?

Nikolov: Einige Kinder zum Schulbeginn schon gut mit der Schere umgehen, andere können schon die Schuhe binden und das nächste Schulkind kann länger als 20 Minuten still sitzen. Die Voraussetzungen sind ganz unterschiedlich, weswegen in der Klasse mit dem Lehrpersonal dann ein Mittelweg gesucht der allen Kindern gerecht wird. Wenn die angehenden Erstklässler erste Mengenerfassungen beherrschen, kurze Geschichten zusammenfassen, Farben erkennen und sich konzentrieren können, sind das schon gute Voraussetzungen.

Was, wenn das Kind Probleme mit den Hausaufgaben hat? Wie helfen Eltern richtig?

Nikolov: Eine pauschale Antwort lässt sich bei dem Thema Hausaufgaben nicht formulieren, da diese an jeder Schule anders vergeben und betreut werden. Sollten Kinder jedoch bei den Aufgaben zu Hause Probleme habe, sollten Eltern die Gründe hinterfragen: Warum kann das Kind die Aufgaben nicht erledigen? Hat es den Stoff nicht verstanden oder Notizen gemacht die es später nicht lesen konnte? Ansonsten ist es total legitim wenn Eltern ihren Kindern am Anfang beratend und unterstützen zur Seite stehen und sich bei der Erledigung der Hausaufgaben neben die Kinder zu setzen.

Von Maraike Mirau

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